Lehrbuch der Lokalanästhesie : für Studierende und Ärzte / von Privatdozent Dr. Georg Hirschel ... mit einem Vorwort von Prof. Dr. Wilms; mit 103 Abbildungen im Text.
- Hirschel, Georg, 1875-
- Date:
- 1913
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der Lokalanästhesie : für Studierende und Ärzte / von Privatdozent Dr. Georg Hirschel ... mit einem Vorwort von Prof. Dr. Wilms; mit 103 Abbildungen im Text. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University.
46/160 (page 34)
![Ilärtel legt den Patienten zur Ausfuhrung der Ganglionanästhesierung mit etwas erhcihtem Oberkürper auf den Operationstisch, den Kopf durch eine Rolle gestützt. Die Desinfektion geschieht mit Alkohol und Jodtinktur, alsdann wird die breite Hautquaddel an der Wange beschrieben. .'Schwierigkeiten ergeben sich durch die anatomischen Verhältnisse des betreffenden Foramen ovale. Nach den Erfahrungen Härteis kann, da die Foramina ovalia bei demselben Patienten auf beiden Seiten meist verschieden smd, es vorkommen, dass die Punktion auf der emen .Seite leicht ist, während sie auf der anderen Seite Schwierigkeiten macht. Ist das Foramen ovale erreicht, was an dem ausstrahlenden Schmerze zu erkennen ist, so wird die Nadel noch 1,5 cm in das Foramen vorgeschoben. Die Injektion soll ganz langsam tropfenweise erfolgen. (ielingt die Injektion, so tritt meist sofort nach der Injektion der Flüssigkeit Anästhesie ein. Härtel sah sie in einigen Fällen auch später bis nach fünf Minuten. Die Technik dieser Ganglioninjektion ist nicht leicht und erfordert einige Übung in der .Anwendung der Lokalanästhesie. Für eine ungeschickte und ungeübte Hand dürfte ihre Ausführung nicht zu empfehlen sein, wenngleich Härtel betont, dass bei richtiger Technik und bei Beachtung der \'orschriften unangenehme Nebenerscheinungen zu vermeiden sind. b) Die Lokalanästhesie bei Operationen an den einzelnen Regionen des Gesichtes. Nach der oben geschilderten Ausluldung der Methoden, durch Anästhesierung der einzelnen Trigeminusäste oder des Ganglion Gasseri eine Leitungsanästhesie zu erreichen und so auf einfache Weise und mit geringer Menge des Anasthetikums ein grosses Gebiet des Gesichtes unemplindlich zu erhalten, ist man natürlich bestrebt, diese Leitungs- anästhesien so oft es geht in .Anwendung zu bringen. Wie wir sehen werden, ist dies auch in den meisten Fällen möglich, doch wird man ohne eine L'mspritzung des Operationsfeldes im Gesichte allein nicht immer aus- kommen, da die Ner\-enästchen \-on der Nachbarschaft und der anderen Seite ineinander übergreifen. \\ ir kombinieren also die Leitungsanasthesie der einzelnen Trigeminusäste mit einer Iniiltrationsanasthesie, d. h. mit einer subkutanen Umspritzung des Operations- feldes. Auch hier hat uns der Altmeister der Lokalanästhesie Braun den Weg gewiesen und Methoden beschrieben, nach denen sich ty])ische und atypische Gesichts- und Kiefer- operationen in \iilliger Anästhesie ausführen lassen. Operationen am Auge und an den Stirnhöhlen. Die für den Chirurgen hauptsächlich in Betracht kommende Augenoperation ist die Exenteratio bulbi. Die Ausführung ihrer Lokalanästhesie ist oben beschrieben (Trigeminusanästhesie). Für Operationen an den Augenlidern, Ober- oder Unterlid ist eine Leitungsanästhesie unnötig, es genügt eine einfache Infiltrationsanästhesie, die subkutan von einem Punkte aus vorgenommen wird. Auf Abb. iS sind die Punkte am oberen und unteren Orbitalrande eingezeichnet, von denen aus nach den Augenwinkeln in der Richtung der Pfeile eine geringe Menge i%ige Novokain-Suprareninlosung eingespritzt wird. Es wird das ganze Lid mit der Bindehaut unempfindlich und Ojierationen wie Plastiken usw. können in Anästhesie ausgeführt werden. Ebenfalls mit einfacher Infiltrationsanästhesie lassen sich Warzen oder kleinere Tumoren, Kankroide etc. im Gesichte entfernen, ohne dass dabei ein Tri^eminusast unterbrochen werden muss.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21019952_0046.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)