Lehrbuch der Lokalanästhesie : für Studierende und Ärzte / von Privatdozent Dr. Georg Hirschel ... mit einem Vorwort von Prof. Dr. Wilms; mit 103 Abbildungen im Text.
- Hirschel, Georg, 1875-
- Date:
- 1913
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Credit: Lehrbuch der Lokalanästhesie : für Studierende und Ärzte / von Privatdozent Dr. Georg Hirschel ... mit einem Vorwort von Prof. Dr. Wilms; mit 103 Abbildungen im Text. Source: Wellcome Collection.
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![Eine solche Spritze, wie sie für die Lokalanästhesie bei Zahno])era- tionen zu empfehlen ist, ist die auf Abb. 26 wiedergegebene, von (luido Fischer empfohlene Injektionsspritze. Diesselbe ist eine auskochbare Glas- metallspritze, die in ihre verschiedenen Teile leicht zerlegt werden kann. Sie besitzt verschiedene Kanülenansätze (B—E). Das Ansatzstück A dient zum \'erschluss nach dem Gebrauche. Die einzelnen Kanülen können je nach Bedarf kürzer oder länger ge- nommen und leicht gewechselt werden. Fischer empfiehlt 23, 26 und 42 mm lange Kanülen, dieselben sind kurz zugeschliffen, da sie sich für die Anästhesie am Knochen besser eignen und sich durch ihre Spitzen nicht festhaken. Die Kanülen sollen nach Fischers Empfehlung möglichst immer neu genommen werden, da gebrauchte Nadeln und besonders, w enn sie nicht ganz trocken sind, leicht brechen. Fischer bewahrt seine Spritze in einem Stand- gefäss mit absolutem Alkohol auf; nach (je- brauch wird mehrfach heisses Wasser durch- gezogen, das X'erschlussstück A ^^■ird aufge- schraubt, die Spritze getrocknet und in absoluten Alkohol gelegt. Sollte man nicht im Besitze einer solchen Spritze sein, so kann natürlich auch mit fier gewöhnlichen in der Chirurgie gebräuchlichen Anästhesiespritze oder auch mit einer Pravaz- schen Spritze die Lokalanästhesie vorgenommen werden. Fischer e m ] > f i e h 11 %' o r der Aus- führung der Lokal anäs thesie das Anlegen einer von ihm angegebenen S t a u u n g s - binde um den Hals, die aus einem breiten Gummibande besteht und die durch eine grossere Anzahl Ösen leicht verstellt werden kann. Durch diese Binde soll nur eine leichte Stauung im Gesichte erzeugt werden, die sich in leichter Rötung äussert. Tiefe I-iöte oder Blaufärbung ist natürlich zu \ermeiden. Einmal sieht Fischer durch Anwendung dieser Binde eine verlangsamte Resorption und eine daraus resul- tierende Sicherheit des Erfolges, ferner eine \'er- minderung der Intoxikationsgefahr und eine \'erhütung von Ohnmächten durch Anämie des Gehirnes. Zur Desinfektion der Schleimhaut der Mundhöhle vor der Injektion nimmt Fischer wie auch sonst üblich die Jodtinktur. Damit eine Tiefenwirkung mit derselben erzielt wird, tupft er nicht nur mit der Jodtinktur die Schleimhaut ab, sondern er wischt mit derselben hin und her. Auch bei der Lokalanästhesie der Zahnoperationen haben wir die zwei ^Möglichkeiten der Anästhesierung, die Infiltrationsanästhesie und die Leitungsanästhesie. Fischer nennt erstere auch die Schleimhautanästhesie. L)iese ist, wie wir sehen werden, nicht in allen Fällen anwendbar. Während sie hauptsächlich am Oberkiefer eine genügende Anästhesie erzeugt, lasst sie uns bei An- wendung am Unterkiefer im Stich. Es hängt dies mit den anatomischen \'erhältnissen Abb. 26 (nach Fischer).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21019952_0053.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)