Lehrbuch der Protozoenkunde : eine Darstellung der Naturgeschichte der Protozoen mit besonderer Berücksichtigung der parasitischen und pathogenen Formen / von F. Doflein.
- Franz Theodor Doflein
- Date:
- 1909
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Credit: Lehrbuch der Protozoenkunde : eine Darstellung der Naturgeschichte der Protozoen mit besonderer Berücksichtigung der parasitischen und pathogenen Formen / von F. Doflein. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![grenzte axiale lUldung dar, welclie aus eiweißartiger Substanz besteht, leicht in gewöhnliches Protoplasma nmgewandelt wei‘den kann und bei der Neubildung eines Psendopodiunis neu sicli verdichtet, ln an- deren Fällen, in denen man am lebenden Tier eine solclie Aclise nicht wahrnehmen kann, ist sie bei geeigneter Fixierung und Fäi bung dar- stellbar (Fig. 29 lind 30, S. 30). Solche sklero])lasmatische Pildungen können bestimmend für die Form eines Protozoons sein. So ist dies bei den Heliozoen dei* Fall. Die vielkernigen Heliozoen sind zu ziemlich weitgehenden Form- veränderungen befähigt, indem bei ihnen die sklerojilasmatischen Pseudopodienachsen frei im Plasma stecken. Die einkernigen Formen sind dagegen relativ sehr formkonstant, da die Psendopodienachsen bei ihnen entweder an der Kernmembran oder an einem durch die Verschmelzung ihrerer eigenen Hasen gebildeten Zenti’alkorn inserieren. Fni‘ Forinändei'iingen solcher Tiei’e sind stets Foi'inäiide- rungen dieser zentralen Gebilde maßgebend. An dieser Stelle wird auch am geeignetsten der Zentralkajisel- membranen der Hadiolarien zu gedenken sein. Es sind dies kugel- schalenförmige oder komidizierter gestaltete Membranen, welche beim lebenden oder gut konservierten Kör])er vieler Kadiolaiden eine Trennnug zwischen dem das Entoplasma und den Kern enthaltenden intraka])suläreu Weichkörper und dem aus einem jilasmatischen Netz- werk und meist reichlicher Gallertsubstanz bestehenden extrakajisulären Weichköriier lierbeifiihren (vergl. Fig. 45). Die Membran besteht meist aus einer chitinartigen Substanz und wird liei der gewöhnlichen Zwei- teilung mitgeteilt. Sie kann mannigfache Formabändernngen und Skuli)turen aufweisen, besonders in der Nachbarschaft der Oetfnungen. Von besonderer Hedeutung ist die Zahl und Anordnung dieser Oettunngen, welche entweder als einzige größere Perforation der Zentialkapselwand oder in giFherer Anzahl, alier dann in Form von feinen Poren intra- und extrakajisuläre MTichkörper verbinden. 2) Als Sekretionsmem bi-ane n oder cnticnlare Hihlungen stellen wir den jiellicnlaren Hüllen alle jene Hüllbildungen gegenüber, welche einem an der Obertläche des Ektoj)lasmas erfolgenden Sekre- tiousvorgang ihre Entstehung verdanken. Theoretisch ist diese Unter- scheidung insofern von Hedeutung. als wir tote, vom lebenden Plasma hervorgebrachte Hihlungen solchen gegenüberstellen, welche dem lebenden Plasma selbst angehören. Dabei verkenne ich nicht, daß wohl ein schrittweiser Uebergang zwischen beiderlei Hildnngen vor- komnit, indem wohl cnticnlare Hüllen ans ])ellicularen durch Um- wandlung hervorgehen können. Als iiraktisch wichtig eiaveist sich diese Unterscheidung dadurch, daß alle cnticnlaren Hihlungen im Gegensatz zn den pelliculai’en die Teilungen des lebenden Zellinhaltes nicht mitmachen, sondern bei Fortptlanznngsvorgängen oft als leere Hüllen Zurückbleiben. Die durch Sekretion entstehenden llüllbildungen können ans sehr verschiedenen Substanzen bestehen und denientsiirechend alle mög- lichen Härtegrade von gallertiger Weichheit bis zu mineralischer Härte besitzen. Ihnen allen gemeinsam ist aber die Eigentümlichkeit einer organischen Grundlage, welche vom Protoiilasma in ähnlicher \Wise sezerniert wird, wie wir dies oben bei den Amöben (S. 42) und den Gregarinen (S. 3S) für gallertartige Sekrete kennen lernten. Die chemische Zusammensetznng der Hüllbildungen ist eine sehr](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28047357_0061.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)