Lehrbuch der Protozoenkunde : eine Darstellung der Naturgeschichte der Protozoen mit besonderer Berücksichtigung der parasitischen und pathogenen Formen / von F. Doflein.
- Franz Theodor Doflein
- Date:
- 1909
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Credit: Lehrbuch der Protozoenkunde : eine Darstellung der Naturgeschichte der Protozoen mit besonderer Berücksichtigung der parasitischen und pathogenen Formen / von F. Doflein. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Ernähningsorganellen. Lebensweise der meisten Formen herrscht ein radiärer Bauplan vor, welcher aber mannigfache Abänderungen erfahren kann. Radiäre An- ordnung von Strahlen nud Staclieln, sowie einliütlende Kngelschalen aus einem Gerüst lockerer oder fest veiLnndener Mehi’sti'ahler, auch Gitterkngeln bilden die wiclitigsten Fdemente der überaus zierliclien Skelette. F. Die im Dienste der Ernährung stehenden Differenzierungen des Protozoenkörpers. Die nackten Rrotozoen, also voi* allem die Amöben bedürfen zur Nahrungsaufnahme keiner besonderen Difterenziernngen; jede Stelle des Ektoplasmas ist zu diesem Zweck geeignet. Unter den für die betreffende Art typischen Bewegnngsfoi*nien umfließt das Proto- ])lasma den Nahrungskör])er und nimmt ihn in das Innere des Ekto- plasmas auf, indem dabei in der Kegel eine Flüssigkeitsvaknole ent- steht. Die Protoplasmaströmnng trägt die so entstandene Nahrnngs- vakuole durch alle Regionen des Amöbeidvör])ers, wobei sich allmählich die Yerdanungsvorgänge abspielen, schließlich wei'den die iinverdan- lichen Reste in einer der Anfnahme ents])i‘echenden W'eise entleert, oder vielmehr einfach auf dem YYg der sich l)ewegenden Amöbe zurückgelassen, wobei ebenfalls eine beliebige Stelle des Ektoplasmas als Austrittsstelle funktioniert, ln keiner Phase des ganzen Vor- ganges finden wir ihn an eine bestimmte Region des Amöbenkörpers gebunden. Bei denjenigen Rhizopoden, welche mit fester Schale oder mit Gehäuse versehen sind, finden wir nur niiwesentliche Modifikationen dieser Erscheinung. Eine gewisse Lokalisation der Anfnahme und Abgabe ist dadurch gegeben, daß bei den Sclialenbildnngen mit größerer Mündung Nahrnngsköri)er, welche durch die Psendoi)odien aufgeuommen wurden, immer durch diese iMündnng in das Innere des Plasmaleibes gezogen werden, und daß die Nahrnngsreste auf diesem M eg stets diese Region wieder verlassen müssen. Bei Foi- meii mit sehr kleinen Oeffhnngen, z. B. bei den ])erfoiaten Foramini- feren ist es oft ausgeschlossen, daß größere Nahi-nngskörper durch die Poren in das Innere des Kör])ers gelangen, ln diesem Fall tritt eine Verdauung res]). Auflösung dei* branchl)aren Substanzen außer- halb der Schale ein. Die Rhizo])odien nmffießen einen solchen Gegen- dem eine Zn- ent- also stand allseitig, eine größere Plasniaansammlung strömt ans Schaleninnern nni ihn herum zusammen und funktioniert wie selbständige kleine Amöbe, welche, mit Nahrung beladen, unter rücklassung der Faeces später allmählich an den Rhizopodien laug wieder in das Innere der Schale znrückkehrt. Hier wird sozusagen ein temporäres Verdanungsorgan gebildet, welches aber au jeder Stelle des Rhizopodiennetzes zu jeder Zeit auf adäipiaten Reiz hin gebildet werden kann. Ganz anders müssen sich natürlich alle diejenigen Protozoen verhalten, welche allseitig durch eine feste Pellicnla, Unticnla oder ähnliche Hüllenbildung eingeschlossen sind. Wnn sie, wie die Para- siten, sich nur durch osmotisch in ihren Körper eindringende ffüssige Nahrung ernähren, haben sie allerdings keine Oeffiinngen des Köi'pers notwendig. Sobald sie aber wie die Mehrzahl der freilebenden Proto-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28047357_0069.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)