Leitfaden der Elektrodiagnostik und Elektrotherapie für Praktiker und Studierende / von Toby Cohn.
- Cohn, Toby, 1866-1929.
- Date:
- 1912
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Credit: Leitfaden der Elektrodiagnostik und Elektrotherapie für Praktiker und Studierende / von Toby Cohn. Source: Wellcome Collection.
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![Die Modifikationen dieser Art von Api^aratcn sind zahlreich. An Stelle der Tauchbatterieu mit Chromsäureelementen fertigt man andere, z. B. aus Leclanche-Elemeuten, an. Sie eignen sich aber wegen der Schwere, die der Apparat durch diese relativ großen Elemente erhält, weniger für die Zwecke des Transports. Trockenelemente sind auch für galvanische Apparate infolge ihrer längeren Haltbarkeit wohl zu empfehlen; da jedoch bei Abnutzung eines Trockenelements das ganze Element durch ein neues ersetzt werden muß, so wird der TTnter- haltuugspreis der Batterie ein etwas höherer (s. übrigens die folgende Seite). Zur Not kann man für praktische Zwecke bei transportablen Apparaten ohne Rheostaten anskommen. Man muß dann allerdings gewisse Unannehmlichkeiten (z. B. bei der Kopfgalvanisation) und gewisse Ungenauigkeiten (z. B. bei der Feststellung der Minimal- zuckung) mit in Kauf nehmen. Bei der Kleinheit, Billigkeit und Zweckmäßigkeit der Graphit-Rheostaten sollte man darum lieber nicht auf die Vorteile dieses Nebenapparates verzichten. Für transportable Apparate, die keinen Rheostaten enthalten, werden auf Wunsch von den meisten Firmen Rheostaten mit Anschlußvorrichtung, auf ein Brett montiert, geliefert. Man schaltet sie in der Weise ein, daß man die-|- Polklemme der Batterie mit einer der beiden Schrauben des Rheostaten und ebenso die — Polklemme mit einer der beiden — Schrauben des Rheostaten durch je einen Kupferdraht (Leituugsschnur) verbindet und alsdann von den beiden freien Rheostatenschrauben die mit den Elektroden armierten Leitungsschnüre ableitet. (S. das Schema in Fig. 54, S. 166.) Einen Apparat ohne absolutes Galvanometer darf heute, wo diese Instrumente in allen Preislagen hergestellt werden, niemand, der ernstlich Elektrotherapie oder -diagnostik treiben will, benutzen. Man tappt vollständig im Dunkeln, wenn man nicht die jedesmal vor- handene Stromstärke kennt: das wird für den Leser dieses Leitfadens aus dem in den früheren Kapiteln Ausgeführten zur Genüge erhellen. Ein Galvanisieren ohne Galvanometer ist als Pfuscherei zu bezeichnen. Der Preis eines mit einem kleinen absoluten Galvanometer ver- sehenen, transportablen galvanischen Apparates schwankt etwa zwischen 100 und 250 M. Ein Rheostat allein kostet etwa 25 M.; ein kleines Galvanometer allein ungefähr ebensoviel. Es ist wohl nach dem Gesagten unnötig zu bemerken, daß die massenhaft in den Handel gebrachten Miniaturapparate zur Selbst- galvanisation, die (z. B. in Damenhüten angebracht) eine unauffällige fortwährende Kopf-„Autogalvanisation“ ermöglichen sollen, die elek- trischen Gürtel, „Voltakreuze“ und dgl., wegen der Mangelhaftigkeit der Nebenapparate, der Inkonstanz der Elemente und vor allem wegen der Unkontrollierbarkeit aller maßgebenden Faktoren gänzlich un- brauchbar sind. Sie wirken im besten Falle suggestiv. Von den meisten Firmen werden auch transportable Apparate angefertigt, die in einem einzigen Kasten den farad’schen und galvani- schen Ap])arat vereinigen. Die Transportfähigkeit ist zwar durch die](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2901279x_0190.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


