Volume 1
Grundzüge der physiologischen psychologie / von Wilhelm Wundt.
- Wilhelm Wundt
- Date:
- 1902-1903
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Credit: Grundzüge der physiologischen psychologie / von Wilhelm Wundt. Source: Wellcome Collection.
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![Fr. Arnold, zu Dank verpflichtet. Die mikroskopische Erforschung des Gehirnbaus fordert freilich ihren eigenen Mann, und musste ich mich hier darauf beschränken, die Angaben der verschiedenen Autoren unter einander und mit den Resultaten der gröberen Gehirnanatomie zu ver- gleichen. Ich muss es den Sachverständigen überlassen zu entscheiden, ob das auf dieser Grundlage im vierten Capitel gezeichnete Bild der cen- tralen Leitungsbahnen wenigstens in seinen Hauptzügen richtig ist. Dass im einzelnen noch mannigfache Ergänzungen und Berichtigungen dessel- ben erforderlich sind, ist mir wohl bewusst. Doch dürfte eine gewisse Bürgschaft immerhin darin liegen, dass die functioneilen Störungen, die der ^physiologische Versuch bei den Abtragungen und Durchschneidungen der verschiedenen Centraltheile ergibt, mit jenem anatomischen Bilde leicht in Einklang zu bringen sind, wie ich im fünften Capitel zu zeigen ver- suchte. Die meisten der hier dargestellten Erscheinungen hatte ich in eigenen Versuchen zu beobachten häufige Gelegenheit. Im sechsten Ca- pitel sind die Resultate meiner »Untersuchungen zur Mechanik der Ner- ven und Nervencentren«, so weit sich dieselben auf die psychologisch wichtige Frage nach der Natur der in den Nervenelementen wirksamen Kräfte beziehen, zusammengefasst1. Der zweite und dritte Abschnitt behandeln ein Gebiet, das den V er- fasser selbst vor langer Zeit zuerst zu psychologischen Studien führte. Als er im Jahre 1858 seine »Beiträge zur Theorie der Sinneswahrnehmung< auszuarbeiten begann, waren unter den deutschen Physiologen nativistische Ansichten noch in fast unbestrittener Geltung. Jene Schrift war wesent- lich aus der Absicht entsprungen, die Unzulänglichkeit dei bisherigen Hypothesen über die Entstehung der räumlichen Tast- und Gesichts- vorstellungen nachzuweisen und physiologische Grundlagen einer psy- chologischen Theorie aufzufinden. Seitdem haben die dort vertretenen Ansichten auch unter den Physiologen allgemeineren Eingang gefunden, meistens allerdings in einer Form, die vor einer strengen Kritik nicht Stand halten dürfte. Der Verfasser hofft, es möchte ihm m dem vor- liegenden Werke gelungen sein, das Ungenügende des neueren physio- x [Das vierte und fünfte Capitel der vorangegangenen Auflagen bilden c’as funJ^ •• *.* a Fiorrr» rjoc frühere sechste ist zum dritten Cnpitc ^ und sechste der gegenwärtigen Auflage. Das trimere worden. Anm. zur 5- Auf!.]](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28092909_0001_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


