Volume 2
Handbuch der systematischen Anatomie des Menschen / von J. Henle.
- Date:
- 1855-1871
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Credit: Handbuch der systematischen Anatomie des Menschen / von J. Henle. Source: Wellcome Collection.
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![gänglichkeit wegen bietet die Gelegenheit, sie am Menschen zu studiren, sich selten dar, und dies ist um so hinderlicher, da in manchen Beziehungen das menschliche Geruchsorgan von dem der Thiere, wie auch das der Thier- classen unter sich verschieden ist, die Lücke also sich durch Untersuchungen an Thieren nicht vollständig ausfüllen lässt. Riechhaare. Bei den Amphibien, Reptilien und Yögeln trägt die Regio olfactoria einen dichten Wald langer und feiner Haare, Riechhaare nach M. Schultze ]), von welchen die Einen eine leicht wogende Bewegung zeigen, andere starr und unbeweglich sind. Schon die beweglichen sind länger als die Cilien an den benachbarten, von Geruchsnerven freien Theilen der Nasenschleimhaut; die unbeweglichen aber (beim Frosche 0,135 Mm. lang) übertreffen um das Zwölffache die Länge gewöhnlicher Flimmerhärchen. Bewegliche und un- bewegliche Härchen zeichnen sich vor den Flimmercilien durch ihre Empfind- lichkeit gegen Wasser aus; in Berührung mit Wasser schmelzen sehr schnell unter Yaricositätenbildung erst die langen, dann die kürzeren Härchen ein und schrumpfen zu einer feinkörnigen Masse zusammen. Uebergänge zwi- schen den beweglichen und unbeweglichen Härchen kommen in doppelter Art vor. Erstens so, dass zwischen den kürzeren beweglichen die längeren unbeweglichen in allmälig grösserer Menge auftreten und zuletzt allein den Platz behaupten, und zweitens in der Weise, dass die kürzeren beweglichen allmälig länger werden und dabei allmälig auch ihre Beweglichkeit einzu- büssen scheinen (M. Schultze). Riechzellen. Die kürzeren Härchen stehen zu 5 bis 6, die längeren und steifen nur je eins auf eigenthümlichen Zellen, den Riechzellen M. Schultze, welche, gemischt mit eigentlichen, aber cilienlosen Epithelzellen, den innersten Ueber- zug der Membrana olfactoria bilden. Die Riechzelle besteht nach Schultze’ s Beschreibung aus einem kugligen Zellkörper, der einen kernkörperhaltigen Kern eng umschliesst und zwei in entgegengesetzter Richtung abgehenden Fortsätzen. Der centrale Fortsatz ist der feinere, bald nach seinem Ur- sprung aus der spindelförmig ausgezogenen Zelle bei starken Vergrösserun- gen eben noch als zartes Fädchen erkennbar. Er läuft unverästelt und ohne Verbindung mit Epithelzellen bis zur bindegewebigen Grundlage der Schleim- haut, an welcher er bei jedem Versuch, ihn zu isoliren, abreisst; charakte- ristisch für denselben sind spindel- oder kugelförmige Varicositäten, ähnlich denjenigen, die sich an den feinen Nervenfasern bilden. Der peripherische Fortsatz der Riechzelle ist etwas stärker als der centrale; er verschmälert sich über dem Zellkörper schnell auf 0,009 bis 0,017 Mm. und läuft in glei- cher Breite aufwärts; auch er hat eine, wenn auch geringere Neigung, vari- kös zu werden. Beide Fortsätze sind sehr leicht zerstörbar; sie erhalten und isoliren sich am besten in 32procentiger Kalilösung, so wie in Chrom- säurelösungen von einer bestimmten, sehr geringen Concentration. Den Fischen, Säugethieren und dem Menschen fehlen die Härchen der Geruchsschleimhaut, aber nicht die Riechzellen2). Die Epithelzellen der J) Vergleiche dessen Untersuchungen über den Bau der Nasenschleimhaut. Halle 1862. 2) Stäbchenförmige, kurze Fortsätze von dem Durchmesser d r Riechzellen, die man an vielen Präparaten sehr regelmässig über die Endflächen der Zellen hervor-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21907717_0002_0850.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)