Anatomische und mikroskopische Untersuchungen über den feineren Bau der Nerven-Primitivfaser und der Nervenzelle / von B. Stilling.
- Benedict Stilling
- Date:
- 1856
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Credit: Anatomische und mikroskopische Untersuchungen über den feineren Bau der Nerven-Primitivfaser und der Nervenzelle / von B. Stilling. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![grösser als V13000 eines Zolls vorgekommen, und ob sie gleich so fein sind, so bilden sie doch um den ursprünglichen Nervencylinder eine so dicke Hülle, dass sein Durchmesser fast drei Mal so gross wird, und dieses kommt daher, dass die geschlängelten Fäden sich aufs äusserste häufen. Diese geschlängelten Fäden, welche die ursprünglichen Hervencylinder bedecken, will ich geschlängelte Cy lind er der FTeiwen nennen, und indem ich sie zusammen als eine Hülle des ursprünglichen Nerven- cylinders betrachte, sollen sie die äussere Scheide der ursprünglichen J^erveneylinder heissen.“ — Hieraus geht hervor, dass Fontana dasjenige, was heutiges Tags als die blasse Nervenscheide betrachtet wird, wohl nie isolirt gesehen und nicht genau gekannt hat. Er nennt das Nerveumark sammt der Scheide „äussere Scheide“ des „ursprünglichen Nervencylinders“; mit letzterem Namen bezeiehnet Fontana unseren „Axeneylinder.“ Die von Fontana gegebenen Abbildungen, obwohl roh, stellen ganz entsehieden das charakteristische Verhalten der Elementarröhrchen des Nervenmarks, ihren gewundenen Verlauf, ihre vielfachen Communicationen dar. Dass Fontanas Beobachtungen so gänzlich vergessen oder nicht beachtet werden konnten, mag wohl daher kommen, dass er auch an unorganischen Substanzen, ^letallen u. S. w. solche gewundene Cy linder bei höchster Vergrösserung ■wahrnahm und dieselben abbildete, ein Umstand, der allerdings Zweifel an der Bichtlgkeit seiner Beobachtungen überhaupt zu erwecken geeignet sein musste. —■ In Bezug auf die Elemente des Nervenmarks müssen aber Fontanas Entdeckungen durch meine FTntersuchungen wieder eben so zur Gültigkeit gelangen, wie Fontana!s Entdeckung des Axencylhxders durch EemaHs Untersuchungen in neuerer Zeit wieder zur Gültigkeit kam. Ich hatte übrigens meine Untersuchungen beendet, noch ehe ich Fontana’s Arbeit kannte, und meine Arbeiten stehen daher zu denen Fontana’s in gleichem Verhältnisse, wie Untersuchungen über den Bau der Nervenfaser zu Fontana’s Mittheilungen über den gleichen Gegenstand. Uebrlgens beurtheilt auch Beinah, obwohl er Fontana’s Entdeckung gebührend würdigt und ganz anerkennt, dennoch nicht richtig, was Fontana von den Elementen der Nervenfaser sagt. Denn Fontana erkannte, dass der als markiger Inhalt der Primitivfaser bezelchuete Thell, wenn bei 800-facher Vergrösserung untersucht, aus lauter gewundenen Böhrchen oder Fasern („fils tortueux, lesquels courolent le long du nerf et formolent une enveloppe aux cyllndres intdrleurs“ [Axeucylluder]) besteht, die Fontana „cylindres tortueux“ nannte, und wenn Beinah *'), welcher die betreffende Stelle aus Fontana vollständig mltthellt, damals glaubte, dass Fontana Falten der Nervenscheide für jene „fils oder cylindres tortueux“ gehalten habe, indem er p. 4 sagt: „cylindri isti nihil sunt nlsl sinuosltates et pllcae vaginae, irregulari ejus contractione productae, quae in recentlssimls nervls prorsus desunt“, so kann ich nicht anders, als die Beobachtung Fontana’s unterstützen, der, wenn auch nicht die ganze Wahrheit, doch die eine wichtige Thatsache erkannte, dass das Nervenmark aus gewundenen Faser- oder Cyllnderartlgen Gebilden besteht. Denn wenn man feine Querabschnitte von gehärteten Nervenfasern untersucht, und die Ausläufer des Axeucyllnders, wie oben angegeben ist, in unmittelbarer Continuität mit den Elementarröhrchen, welche die Nervenscheide bilden, sieht, so kann nicht mehr von optischer Täusehung, oder von Faltenbildung der Nervenscheide die Rede sein. Noch weniger aber kann ich Bemah beipflichten, wenn er, naehdem er Fontana die Priorität der Entdeckung des Axencylinders zuerkannt, einige Jahre später dies -wieder zm'ückruft, weil er glaubt nach reiflicher Erwägimg behaupten zu müssen, dass Fontana die Axencylinder mit den zwischen den einzelnen Primitivröhren verlaufenden feinen geschlängelten Zellgewebsfasern verwechselt habe. Man darf nur die rohen Abbildungen Fontana’s ansehen, so wird man finden, dass er sowohl 1) die isollrte ganze Primitivfaser (Scheide, Mark und Axencylinder) wie auch 2) den isolirten Axencylinder mit etwas anhängendem Mark ohne Scheide, und 3) isollrte Axeneylluder ohne anhängendes Mark oder Fontana, sur le venin de la vipere, tom. II. Florence 1781. p. 205 ii. ff. Bemah, Obs. anat. 1838, p. 3. Maller's Archiv, 1844, p. 470. 471.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22281290_0035.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)