Anatomische und mikroskopische Untersuchungen über den feineren Bau der Nerven-Primitivfaser und der Nervenzelle / von B. Stilling.
- Benedict Stilling
- Date:
- 1856
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Credit: Anatomische und mikroskopische Untersuchungen über den feineren Bau der Nerven-Primitivfaser und der Nervenzelle / von B. Stilling. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![(Cyprinus Brama) auf den Wurzeln der Sehnerven liegen, ab. Sie enthalten längslaufende Reihen feiner Punkte und sind ohne Zweifel Bündel von sehr zarten Rlndencjlindern.“ Indessen kann man von dieser Abbildung höchstens nur sagen, dass sie ein punktlrtes Ansehen der Priraitlvfasern (Hülle oder Mark) vorstellen, — nichts weiter. Flg. 23. „Cyllnder aus dem N. ischiadlcus eines Frosches (p. 13) bei 300-facher Vergrösserung. Ausser der Doppelcontour zeichnet Treviranus feine Längsstreifen, mit feinen Punkten oder Kreisen untermischt — auch nur eine imdeutliche und ungenaue Abbildung. Fig. 24, bei 510-facher Vergrösserung; der ausgetretene Inhalt wird als runde Kügelchen gezeichnet; das faserige Ansehen ist gar nlclit vorhanden. Fig. 21 und 22 benutzte aber schon Treviranus, um „die Verschiedenheit der Xerveucyllnder des sympathischen Systems von den Cyllndern der Muskelnerven in die Augen fallend“ darzustellen. In der That waren Bidder und Volkniann 1842 nicht weiter gekommen, als damals (1837) Treviranus. Fig. 29, eine 510-fache Vergrösserung eines Splnalneiwen der Karausche, „deren Inhalt sich deutlich als eine Verbindung von noch feineren Cyllndern (pag. 14) zeigt.“ Diese Abbildung zeigt nur eine unregelmässige Längsstreifung, ein Moird-artiges Ansehen, und ist geeignet, in die von Treviranus gesehenen Cyllnder wenig Glauben zu setzen; ob hier die Scheidenoberfläche oder das Innere der Primitivfasern im Focus stand, ist hier zwar nicht zu unterscheiden. Fig. 51, „Xervenröhren aus dem Brusttheile des Ganglienstrangs einer Hornisse, die in Weingeist ähnliche Querfalten bekommen haben, wie die Muskelfasern besitzen“, 510-fach vergrössert. „Man sicht an einigen der Röhren Fäden, wodurch sie unter sich und mit der Schelde zusammenliäugen, und ln ihnen längslaufende Linien, welche die Selten der ln ihnen enthaltenen feineren Cylinder sind.“ Treviranus stellt hier 6 nebeneinanderliegende Xerven-Primltlvfasern dar, deren Längs- und Querstreifung so regel- mässig ist, überall in rechten Winkeln sich schneidende Linien zeigend, dass man höchstens hier eine schematische, und nur thellwelse richtige Skizze annehmen kann, aber keineswegs eine treue Darstellung natürlicher Verhältnisse. Dagegen sind die Fasern, welche Treviranus als Verbindungsfasern zwischen Hülle und Xerven-Primltlvfasern zeichnet, ln ihrem gewundenen Verlaufe übereinstimmender mit dem, was Fontana sah und was ich gefunden und bildlich in Fig. 1—3 dargestellt habe. Immerhin war die von Treviranus angewandte Vergrösserung noch zu schwach. Treviranus •''*^) hatte in den härteren Xcrvenfasern „zwischen dem Inhalt der Cylinder und ihrer äusseren Haut eben so einen leeren Raum, wie zwischen der äusseren Haut und der inneren Substanz solcher Hlrncylinder, die fest und weit sind“, angenommen. Hier hielt Treviranus die durchsiehtige Stelle zwischen der Doppelcontour jederseits für einen leeren Raum, wie aus dessen Abbildungen *®) und der davon gegebenen Erklärung hervorgeht. Die Annahme eines „leeren Raums“ ln einer Prlmitlv-Xerveufaser wird aber durch nichts gerechtfertigt. Es muss, nach allem \'orausgegangenen, den Forschungen dieses Beobachters jedenfalls das Verdienst zugestanden werden, dass es durch dieselben immer wahrscheinlicher geworden ist, dass das Xerven- mark ein compliclrtes Gewebe sei, und nicht eine einfache Flüssigkeit, blochte er auch das eigenthüm- lichc complicirte Gewebe, welches die Elementarröhrchcn im Raume des sogenannten Xervenmarks bilden, nur an den Xei'ven der Hornisse richtiger erkannt, an denen der Wirbclthiere nicht richtig auf- gefasst haben. Jedenfalls sah er schon (bei der Hornisse) die Verbindungsröhrchen zwischen Hülle und :Mark, welche in dieser AVeise bei den AVirbclthieren selbst Fontana nicht gesehen hatte. Die genauere Beschaffenheit der Elementar-Bestandtheile, welche man in dem Raume oder au der Stelle des sogenannten Xervenmarks gewahrt, kannte auch Bemal- zum Thell im Jahre 1837, und er läugnete, dass es eine Flüssigkeit (ölige) sei. Das Xervenmark der Primitivfaser hält nämlich Bemal- *''’) für ein Artcfact; er nimmt einen flüssigen, öligen Inhalt der Xervenröhre überhau])t nicht an. „Die kleinen Körperchen, welche beim beginnenden leisen Druck auf das Xerveusträngchen her- “) Treriranus, Beiträge. 1835—38. 2. Heft p. .38. “) Treviranm, 1. c. Fig. 11 ii. -10. •“) liemak, 1S37, Froriep'» Notizen Bd. III. p. 36—39.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22281290_0038.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)