Anatomische und mikroskopische Untersuchungen über den feineren Bau der Nerven-Primitivfaser und der Nervenzelle / von B. Stilling.
- Benedict Stilling
- Date:
- 1856
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Credit: Anatomische und mikroskopische Untersuchungen über den feineren Bau der Nerven-Primitivfaser und der Nervenzelle / von B. Stilling. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![b. Die schmalen oder feinen Fortsätze der Zelle gehen aus zahllosen Punkten ihrer Peripherie nach den verschiedensten Richtungen ah und sind in ihrem ganzen äusseren Verhalten den Elementarröhrchen gleich. Alles was ich daher von den ln centrifugaler Richtung ausgehenden Fortsätzen der Zellenhülle gesagt habe, gilt von diesen feinen Fortsätzen der Nervenzelle, als identisch mit jenen. Die im Vorhergehenden beschriebenen Thatsachen finde ich an den grossen Nervenzellen im Gehirn und im Rückenmarke sämmtllcher Thierklassen, der Säugethiere, Vögel, Fische, Amphibien etc., sei es auf Längs-, sei es auf Quer- oder Schrägabschnitten. Das Rückenmark des Kalbes, des Ochsen, des Menschen, des Frosches, das Rückenmark von Petrorayzon fluviatllls mit seiner auffallend grossen (rundlichen) Zellengattung sind für den Anfang die passendsten Objecte zur Untersuchung. Die näm- lichen Resultate ergeben sich im Allgemeinen aus der Untersuchung der peripherischen Nervenzellen im weitesten Sinne des Wortes, dergestalt, dass ich nach den Ergebnissen meiner bisherigen LTnter- suchungen den Satz aufstellen muss, dass die sämmtllchen Nervenzellen der Centralorgane wie der peripherischen Theile des Nervensystems in allen wesentllehen Theilen einander gleich sind. In den folgenden Mittheilungen wird daher, wie im Vorausgegangenen, überall, wo von Nervenzellen die Rede ist, die Voraussetzung stillschweigend angenommen, dass was von der einen Zelle gilt, auch von jeder andern statuirt werden muss. Uiisere heutigen Hülfsmlttel gestatten zwar nur an den grösseren Nei’venzellen die Nachweise zu liefern, welche ii;h oben gegeben. Die kleineren und kleinsten Nerven- zellen bieten verhältnissmässlg zu feine Elemente dar, um mit unsern ]\IIkroskopen sehon mit gleicher Sicherheit erforscht werden zu können. Die Grösse und'die Form sind aber zu unwesentliche Eigen- schaften einer Zelle, als dass hierauf allein ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegründet werden könnte. Uebrlgens stimmen unsere besten Beobachter darin überein, dass centrale und peripherische Nervenzellen keine wesentlichen Verschiedenheiten von einander darbieten; und schon sagt Valentin *’): „Die vollständig ausgebildeten Nervenkörper . . . im Gehirn und Rückenmark . . . gleichen in Gestalt und Farbe sehr den peripherischen Nerveukörpern, denen sie nur an Festigkeit bei weitem nachstehen.“ Das Ganglion Gasserl des Ochsen bietet ein sehr bequemes Mittel zum Studium der Ner- venzellen in den Ganglien (auf feinen Segmenten) für den ersten Anfang. Vergleichen wir diese im Vorausgegangenen mitgethellten Thatsachen, so müssen wir eine jede Nervenzelle betrachten als einen im Ganzen eirörmlgen oder sphärischen, bald mehr bald weniger abgeplatteten, daher \>ald mehr der Kugelgestalt, bald der Spindel-, Birn-, Kegel- oder Pyramiden- gestalt u. s. w. sich in Hinsicht auf die Form annähernden, wohl nie ganz regelmässige Formen zeigenden Körper, zusammengesetzt aus einer zahllosen !Masse feinster und feiner Röhrchen, den Elementarröhrchen der Primitiv-Nervenfasern, welche im Vorhergehenden beschrieben sind, ln ihrer äusseren Erscheinung gleich. Diese Röhrchen bilden ein unter sich auf das Mannigfaltigste und Innigste zusammenhängendes Gewebe, das an verschiedenen Stellen der Zelle verschieden dicht und verschieden angeordnet ist, und daher auch die äussere Erscheinung verschiedener Abthelhingen der Zelle bedingt, die aber keineswegs als getrennte, von einander gesonderte, sondern vielmehr als auf das Innigste durch communiclrende Röhrchen mit einander ln Verbindung stehende Theile be- trachtet werden müssen. Als solche Theile der Zelle kann und muss man zum besseren Verständnlss unterscheiden: 1) Die Hülle. 2) Das Parenchym der Zelle. 3) Den Kern, Nucleus. 4) Das Kern- körperchen, Nucleolus. 5) Die Fortsätze der Zelle. 1) Die Hülle oder die Zellenmembran, wird gebildet von den äussersten, an der äusseren Oberfläche der Zelle befindlichen, Lagen der Elementarröhrchen. Dieselben bilden hier ein bis jetzt •q Valentin, 18-12. in : It. Warner'« Handwörterb. I. p. 697.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22281290_0078.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)