Die Sehnenreflexe und ihre Bedeutung für die Pathologie des Nervensystems / von Maximillian Sternberg.
- Sternberg, Maximilian, 1863-1934.
- Date:
- 1893
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Credit: Die Sehnenreflexe und ihre Bedeutung für die Pathologie des Nervensystems / von Maximillian Sternberg. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![und 7. Lendenwurzel intact sein.*) Beim Menschen entsprechen dem Patellarrcflex nach Gowers [277] die 2.-4. Lendenwurzel, dem Achilles- sehnenreflex der \. Sacralnerv. Wir haben anzunehmen, dass die Centren für die einzelnen Sehnenreflexe im Grossen und Ganzen segmental angeordnet sind. Alle Eingriffe, welche diese Nerven, ihre hinteren oder vorderen Wurzeln oder den betreffenden Rückenmarksabschnitt schädigen, be- einträchtigen auch das Sehnenphänomen. Ja es sind wahrscheinlich die Fasern, welche für die Sehnenphänomene wichtig sind, besonders empfindlich. So schädig-t nach Westphal [780], Eulenburg [207, 208], Tschirjew [725] massige Dehnung des Cruralis den Patellarreflex, während die Leitung der willkürlichen Impulse, der Hautreflexe und die elektrische Erregbarkeit unberührt bleibt. Werden nur einige von den hinteren Wurzeln, die zu dem Nerven gehören, durchschnitten, so schwindet der Reflex, stellt sich aber, wie Westphal [785, S. 805] gezeigt hat, wieder her, wenn man durch Verabreichung von Strychnin die Erregbarkeit des Rückenmar- kes steigert.**) Zerstörung des Rückenmarks, Aufhebung der Circulation in demselben durch Compression der Aorta nach PrSvost [574] heben das Sehnenphänomen auf. Schnitze und Fürbringer [656] haben auf Veranlassung von Erb zuerst Durcli- schneidungsversuclie am Cruralis gemacht. Tschirjew [725] hat durch successive Rückenmarksdurchschneidungen gezeigt, dass das Kniephänomen beim Kaninchen an einer ganz circumscripten Stelle des Marks localisirt ist. Ober- und unter- halb derselben kann das Rückenmark ohne Schädigung des Phänomens durch- schnitten werden. Westphal [785J hat mit Munk die Effecte von Wurzeldurch- schneidungen studirt. Prevost und Waller [575] haben gleichfalls mit Durchschnei- dungen von Wurzeln Versuche angestellt. Die feinere Localisation der Bahnen für die Sehnenphä- nomene im Rückenmarke selbst ist auf experimentellem Wege nicht gelungen***). Wir sind diesbezüglich ganz auf die pathologisch- anatomischen Erfahrungen angewiesen. *) In seltenen Fällen scheinen Anomalien der Innervation vorzukommen. So erklärt sich wenigstens ungezwungen ein merkwürdiges Versuchsresultat von Westphal [785, S. 811.] **) Dieser Versuch ist von grosser Bedeutung für das Verständnis der Er- scheinungen bei amyotrophischer Lateralsklerose, Neuritis, der Wiederkehr der Sehnenreflexe in gewissen Fällen von Tabes etc. ***) Die Versuche Senatoi-'s [671], die Bahnen durch Durchschneidung ein- zelner Rückenmarkstränge zu bestimmen, haben sich als unzureichend erwiesen. Vgl. die Kritik bei Jendrässik [350]. 3*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21079043_0051.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)