Topographisch-chirurgische Anatomie des Menschen / von Dr. Rüdinger.
- Nikolaus Rüdinger
- Date:
- 1873-1879
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Credit: Topographisch-chirurgische Anatomie des Menschen / von Dr. Rüdinger. Source: Wellcome Collection.
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![sicli alle mimischen Gesiclitsmuskelii gelähmt und ebenso einzelne Gruppen derselben je nach Verletzung seiner Bahnen bei Gesichtswunden. Beachtens- werth sind die Eintrittsstellen der Nervenzweige in die Muskeln, weil sie die Punkte darstellen, an denen jeder Muskel für den faradischen Strom durch die Haut hindurch zugänglich ist. Die motorischen Zweige für den Masseter und den 3Iusc. temporalis stammen von der motorischen Wurzel des Quintus'ab. Der schwache Barnus massetericus geht über dem Muse, pterygoideus externus nach aussen und dringt durch die Incisura semilunaris des Unterkiefers in die Innenfläche des Masseter ein. Der Muse, temporalis erhält einen vorderen und hinteren Zweig vom Burnus tertius des Quintus, welche, wie es scheint, auch sensible mul vaso- motorische Bündel für die Knochen der Schläfengrube führen. Als Tempo- ralis profundus anterior und posterior gelangen sie in der Nähe der gleich- namigen Gefässe zum Muse, temporalis. Die sensiblen Nerven des Gesichtes stammen von den drei Aesten des Quintus. Jene vom i^amus ophthalmicus für die Stirngegeml haben schon ihre Erwähnung gefunden. Sie sind für das Messer des Oi)erateurs leicht zugänglich, wenn man quer durch die Augenbrauen einen Schnitt bis auf den Knochen macht. Bei Loslösung des unteren Lap])cns sieht man die Zweige in mehrere Bündel getheilt aus der Membrana tarso-orbitalis der Orbita hervor- und in den Lappen eintreten. Die Wangengegend erhält einen sehr schwachen Nervenzweig vom zweiten Ast. Es ist der Ramus subcutaneus malae, welcher durch den Ccmahs zygomaticus läuft und in der Haut der Wangengegend sich verbreitet. Stdlt der Nerv der anatomischen Präparation schon manche Schwierigkeiten ent- gegen , wie viel mehr muss diess bei der Ptesection desselben am Lebenden, die man auch ausführt, der Fall sein. Schuh hat denselben mit vorüber- gehendem Erfolg an der äusseren Wand der Augenhöhle durchschnitten. Das obere Augenlid bezieht seine sensiblen Nerven aus dem Raimis oph- thalmicus, das untere Augenlid vom Ramus secundvs trigemini, und im inneren Augenwinkel sind es noch die secundären Zweige des R. primus, 1) Die Untersuchiingeii von Ziemssen und Duchenjie haben gelehrt, dass die einzelnen Gesichtsmuskeln zur Contraction gebraclit werden können, wenn der faradische Strom entweder auf die Nervenzweige des Facialis oder auf die Muskeln selbst mittelst feiner Elektroden applicirt wird. Den genauen Forschungen Ziemssens ist es gelungen, die einzelnen Punkte, wo die Neiwenzweige in die Muslvcln eintreten und wo sie am leichtesten reizbar sind, aufzulinden, und er hat dieselben auf die Körperoberflächc über- tragen und bildlich dargestellt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21310117_0255.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)