Die Albuminurie im gesunden und kranken Zustande / von H. Senator.
- Hermann Senator
- Date:
- 1882
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Credit: Die Albuminurie im gesunden und kranken Zustande / von H. Senator. Source: Wellcome Collection.
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![■O'O dere Oeffnung in derselben geht durcli beide Wandungen hindurch in das Innere des Ofens und istfür das Thermometer, welches die Wärme des Ofens misst, be- slinunt. Der benutzte Ofen reichte aus, dass ein grosses Kaninchen (und nur solche wurden zu den Versuchen ausgowähll) gerade bequem darin sitzen konnte. Er stand auf einem breiten Drcifuss und unter diesem die Flamme. Bev'or das Tliier in tlon Ofen kam, wurde seine Blase durch Druck entleert und die Tempe- ratur im Mastdarm gemessen. Meistens war, um Zeit zu sparen, der Ofen schon vorher etwas erwärmt, nach dem Einsetzen wurde die Erwärmung schneller oder langsamer gesteigert. Um der Luft hinreichend Zutritt zu geben, wurde die Thüre nicht ganz geschlossen, sondern ein breiter Spalt olTen gelassen. Sobald die Erwärmung lange genug fortgesetzt war, wurde die Rectumtemperatur noch während das Thier im Ofen sass, aber bei geöffneter Thür, oder unmittelbar nach dem Herausnehmen gsmessen, dann die Blase ausgedrückt, oder, wenn da- durch kein Urin zu erhalten war, das Thier in einen Käfig gesetzt, aus welchem der Urin abfliessen konnte. Versuche gleichzeitig mit den Druckmessungen und seineu Schwankungen entsprechend den Harn zu untersuchen, stiessen auf Schwie- rigkeiten, die sich bei grösseren Thieren (Hunden) vielleicht hätten überwinden lassen können. Jedoch nahm ich aus verschiedenen, zum Theil äussern Gründen von Versuchen an grösseren Hunden Abstand. An kleineren Hunden habe ich einige Druckmessungsversuche gemacht, die jedoch wegen vielfacher, mit der bei Hunden nicht zu umgehenden Narcose verbundener Störungen wenig befriedigten. Auch bei jenen wenigenVersuchen während der Druckmessung von KaninchenHarn zu bekommen, war eine Schwierigkeit dadurch gegeben, dass die Aufregung der Thiere, die schon durch die Berührung hervorgebracht wurde, vermieden werden musste; sodann gelang es nicht, in der kurzen Zeit Harn zur Untersuchung aus der Blase zu erhalten, wenn diese vorher ausgedrückt war. Das einige Mal aus den Ureteren gewonnene Secret war nicht frei von Blutbeimengungen, welche auf die dabei nothwendige Reizung und Verletzung ihrer Schleimhaut zu schie- ben waren. Ohne Ausnahme ergab sich, dass durch eine hinreichend schnelle oder hinreichend lange fortgesetzte Erhöhung der Körpertemperatur um 1,5—3,0'^ C. Albuminurie erzeugt oder, wo sie normaler Weise vorhanden war, verstärkt wurde.*) Wurde die Erwärmung sehr schnell zu einem hohen Grade ge- trieben, so trat auch Blut und zwar nicht blos in mikroskopisch wahrnehmbarer Menge in den Harn über. Ausserdem fanden sich darin häufig, und zwar auch wenn keine Blutkörperchen sichtbar waren, blasse hyaline, zuweilen aucli ganz feinkörnige Cylindcr in grösserer oder kleinerer Zahl. *) Ich habe oben (S. 20 Anm.) schon angegeben, dass auch bei Thieren der Harn in der ]^orm sehr häufig Eiweiss enthält. Bei meinen Versuchsthieron fand er sich in mehr als der Hälfte und zwar auch bei solchen, die frisch eingebracht und während des Sommers im Freien gehalten waren. Allerdings war der Ei- weissgehalt oft nur bei sorgfältiger Untersuchung zu entdecken.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21207549_0059.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)