Die Albuminurie im gesunden und kranken Zustande / von H. Senator.
- Hermann Senator
- Date:
- 1882
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Credit: Die Albuminurie im gesunden und kranken Zustande / von H. Senator. Source: Wellcome Collection.
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![zunehmen und ist überdies von Zadek in seinen schon erwähnten Untersuchungen direct erwiesen worden. Er fand bei stärkerer Muskel- anstrengung (z. B. Laufen) eine Steigerung des arteriellen Drucks um etwa ein Viertel des Normalwerthes. Da ausserdem !:j^i jeder einiger- maassen starken Muskelarbeit, wie die alltägliche Erfahrung lehrt und wie durch zahllose Untersuchungen sicher gestellt ist, die Abgabe von Wasser durch Haut und Lungen in Form von Dampf und Schweiss ausserordentlich gesteigert und in Folge davon der Harn wasserärmer wird, so haben wir die beiden Bedingungen, welche wir als nothwendig für die Erkennung der vom Blutdruck abhängigen Aibuminurie an die Spitze hingestellt haben, nämlich Steigerung des arteriellen Drucks und gleichzeitige Verminderung der Wasserabson- derung in den Nieren auf das Vollkommenste vereinigt gerade so und vielleicht noch besser, als bei der Erwärmung des Kör- pers. Denn wenn bei dieser allenfalls noch ein schwacher Einwand gegen die Beweiskraft der Versuche denkbar war, so ist auch davon bei der Muskelarbeit nicht die Rede und ich wüsste nicht, welcher nur irgend begründete Zweifel gegen die von uns gegebene Erklärung geltend gemacht werden könnte. Der A^ersuch ist allerdings gemacht worden, den Vorgang in anderer Weise zu erklären, und zwar vom Standpunkt der Runeberg'schen Theorie aus durch Edlefsen, dem sich Runeberg selbst angeschlossen hat. Im Glauben nämlich an die Richtigkeit dieser Theorie, wonach nicht Steigerung, sondern Her- absetzung des normalen Drucks in den Gelassen überall den Eiweiss- austritt verschulde, sucht Edlefsen zu beweisen, dass der arterielle Druck in den Nieren während der Muskelarbeit sogar unter die Norm sinke, indem er sich auf J. Rankes Untersuchungen^-^) über den Thätigkeitsweehsel der Organe stützt. Danach enthalten die ]tlus- keln während des Tetanus mehr Blut, die übrigen Organe aber und insonderheit die Drüsen weniger Blut, als bei der Muskelruhe. Allein einen solchen Schluss erlauben Ranke's Untersuchungen ganz und gar nicht, denn bei diesen waren die Versuchsbedingungen von den Verhältnissen bei der Muskelarbeit Gesunder und auch in den meisten Krampfformen grundverschieden. Ranke brachte einen Tetanus aller Muskeln hervor durch Strychninvergiftung oder Rückenmarksreizung, oder Tetanus einzelner Muskelgruppen durch electrische Reizung des Nervenstammes einer Extremität. Bei der ersten Art, der Tetanisirung vom Rückenmark aus, findet, wie gelegentlich schon früher (S. 41)](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21207549_0062.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)