Die Albuminurie im gesunden und kranken Zustande / von H. Senator.
- Hermann Senator
- Date:
- 1882
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Credit: Die Albuminurie im gesunden und kranken Zustande / von H. Senator. Source: Wellcome Collection.
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![beruhenden Eingriffe (s. S. 41 ff.), sowie dass sie häufig Krämpfe im Bereich verschiedener Muskelgruppen hervorrufen, die Ernährung der Gewebe in störender Weise beeinflussen u. dgl. m. üeberblickt man das Gesamratergebniss aller dieser zalilreichcn auf Erhöhung des Aortendrucks zur Hervorrufung von Albuminurie gerichteten Versuche, so bekommt man den Eindruck, dass der grössere Theil der Versuche verfehlt und die darauf gerichtete Mühe meistens vergeblich gewesen ist. Aus den wenigen zuverlässigen h]xperimenten mit unzweideutigem Erfolg und den gleichsinnigen, mit ihnen im Einklang stehenden Erfahrungen am Menschen erscheint aber der Schluss gerechtfertigt, dass der erhöhte arterielle Druck in den Nieren für sich allein Albuminurie bewirkt, oder be- wirken kann, wenn gleichzeitig durch Wasserentziehung auf anderen Wegen der Harn sparsamer, als normal wird. — Die Vorgänge bei der venösen Blutstauung in den Nieren sind ungleich verwickelter und schwieriger zu durchschauen. Zwar die experimentellen Untersuchungen darüber haben mit einer sonst seltenen üebereinstimmung ergeben, dass, von anderen Veränderungen abgesehen, der Urin danach immer eiweisshaltig wird und damit scheint auch die Erfahrung bei der Nierenstauung des Menschen über- einzustimmen, so dass Niemand ein Bedenken getragen hat, alle Ver- suche über die Hemmung des Venenabflusses in einem Sinne zu deuten und sie sowohl als die klinischen Vorgänge sämmtlich als gleich- werthig zu betrachten. Sieht man aber genauer zu, so ergeben sich doch, unbeschadet einer gewissen Aehnlichkeit zwischen den Experi- menten untereinander und ganz besonders zwischen ihnen und den klinischen Vorgängen recht gewichtige Unterschiede. Was zunächst diese letzteren betrifft, so braucht man nicht viel klinische Erfahrungen zu besitzen, um zu wissen, dass erstens ausser in ganz ungewöhnlich seltenen Ausnahmefällen, die denn auch fast nie eine klinische Be- deutung haben, die Stauungserscheinungen beim Menschen herbeigeführt werden durch Zustände, welche den Aorten- druck herabsetzen und dass in dem Maasse, als dieser ab- nimmt, die Stauung zunimmt und zweitens, dass die Zustände sich gewöhnlich sehr langsam, d. h. im Verlauf von vielen Wochen, oder wenigstens Tagen und so gut wie niemals im Verlauf weniger Stunden, oder gar Minuten entwickeln. Gegen diese beiden Erfahrungen ist. in den experimentellen Unter-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21207549_0065.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)