Ein Beitrag zur pathologischen Anatomie der Geschwülste im Verlaufe der Nerven : Inaugural-Behandlung der medicinischen Fakultät in Giessen zur Erlangung der Doctorwürde / vorgelegt von Florian Kupferberg ; Präses J. Vogel.
- Kupferberg, Florian.
- Date:
- 1854
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Credit: Ein Beitrag zur pathologischen Anatomie der Geschwülste im Verlaufe der Nerven : Inaugural-Behandlung der medicinischen Fakultät in Giessen zur Erlangung der Doctorwürde / vorgelegt von Florian Kupferberg ; Präses J. Vogel. Source: Wellcome Collection.
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![der andern Faserzüge 'verliefen, theils unregelmässige Windungen und Biegungen zeigten. 3) Fettanhäufungen, theils fleckenförmig aus molecularen Kernchen bestehend, mit kleinern und grossem Bläschen untermischt, theils fanden die Ablagerungen deutlich in der Richtung der ein- zelnen Faserzüge statt, theils waren einzelne Körnchen oder grössere Bläschen regellos isolirt und zer- streut zwischen den übrigen Gewebselementen. 4) Nervenfasern fand ich an sehr vielen Stellen in den Hüllen der Geschwülste, und zwar nicht allein an den Stellen , wo der Nerv schon dem blossen Auge sichtbar über die Geschwulst ver- ]ief, sondern auch an solchen Stellen, wo keine Spur eines Nerven auf der Hülle der Geschwulst zu sehen war. Dieselben zeigten hier die früher beschriebenen Veränderungen. 5) Leider konnte ich über die feinere Vertheilung der Gefässe nicht in’s Reine kommen. Die Geschwülste innerhalb des Wirbelkanals zeigten dem blossen Auge schon ein blutreiches gröberes und feineres Gefässnetz, das als unmittelbare Fortsetzung der Gefässhaut des Rückenmarks zu betrachten war. Auf der grossen Geschwulst an der untern Partie des rechten Unterschenkels verbreitete sich ein dicker arterieller Stamm , der mehrfache Zweige in die einzelnen Lappen der Geschwulst sendete. Ob diese aber nur in der Hülle sich verbreiteten oder auch tiefer in die Geschwulst eindrangen , liess sich nicht entscheiden, da die Arterien mit gewöhnlicher Wachsmasse injicirt waren und diese nicht weit genug eingedrungen war. In der abgeschnürten Geschwulst an der Wade fanden sich auch grosse klaf- fende Venenräume in der Hülle, aber auch ihre nähere Anordnung blieb mir unklar. In den Geschwülsten selbst waren nun folgende Elemente zu finden: 1. In dem mit der Wand zusammenhängenden Gerüste fand sich: a) Bindegewebe, theils fibriläres entwickeltes zu Bündeln vereinigtes, theils unent- wickeltes, als mehr oder weniger deutlich gestreifte Masse, die sich an den Rändern zerfaserte, mit verschieden gestalteten, eingelagerten Kernen. b) Dickem Fasern von ’/240 — ’/1!0mm- Durchmesser, theils deutlich von einander getrennt, isolirt in gleicher Richtung verlaufend, theils dicht aneinander gelagert, so dass nur an den Rändern sie deutlich als getrennte Fasern vorsprangen. Sie zeigten theils glatte, deutlich begränzte Ränder, theils waren dieselben durch Auflagerung der sie verbindenden Zwischensubstanz mehr rauh und unbestimmt begränzt. ln ihrem Verlaufe zeigten sie gewöhnlich eine zarte, oft kaum angedeutete Längsstreifung. Besonders in der sub V. beschriebenen Geschwulst schienen ausser einer deutlichen Auflagerung moleku- larer Körnchen, ähnliche auch in ihrem eigentlichen Gewebe eingebettet. Durch Zusatz von Essigsäure hellten sich dieselben bis zum völligen Verschwinden auf. Sie zeigten in vieler Beziehung Aehnlichkeit mit der gewöhnlichen Bindesubstanz. c) Elastische Fäserchen waren im Ganzen in viel geringerer Menge als in der Hülle der Geschwülste vorhanden; sie hatten eine ganz ähnliche Anordnung wie dort, und kamen nur nach Zu- satz von Essigsäure oder flüssigen Alkalien zum Vorschein. In den meisten Geschwülsten fand ich sie gar nicht. d) Molekulare Fettanhäufungen, isolirte Fettkörnchen und Fettbläschen fanden sich auch in reichlicher Menge zwischen den Fasergeweben in diese Zwischensubstanz eingelagert. e) Kerne, jüngere rundliche und mehr ovale Zellen lagen in den meisten beobachteten Präparaten theils zwischen dem beschriebenen entwickelten Fasergewebe , theils fanden sie sich in klei- nen Räumen, die zwischen den Fasern vorhanden waren, und sie schienen in die nachher zu beschrei-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22324173_0036.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


