Die Fäzes des Menschen im normalen und krankhaften Zustande : mit besonderer Berücksichtigung der klinischen Untersuchungsmethoden / von Ad. Schmidt und J. Strasburger.
- Adolf Schmidt
- Date:
- 1910
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Credit: Die Fäzes des Menschen im normalen und krankhaften Zustande : mit besonderer Berücksichtigung der klinischen Untersuchungsmethoden / von Ad. Schmidt und J. Strasburger. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![aussicht [Przibrani^)]. Hinsichtlich der Eiweissverdaiuing liaben fast alle Beob- achter in Fällen gestörter Pankreasfunktion das Erscheinen sichtbarer I\Iuskel- reste in _den Fäzes konstatiert, und zwar selbst bei einer Diät, bei welcher das unter normalen Verhältnissen niemals vorkommt D- Diese Muskelbruchstücke sind in der Regel klein; nur wenn bei gleichzeitiger Magenstörung auch die Binde- gewebsverdauung Not leidet, erscheinen grössere zusammenhängende Stücke. Nach Schmidt bleiben ferner bei völligem Ausfall des Pankreassekretes in den unverdauten Fleischresten die Kerne erhalten, sofern frisches rohes Fleisch ge- nossen wird. Es beruht das darauf, dass von allen Verdauungssekreten allein der Pankreassaft die Kerne löst. Nur starke Fäulnis kann event. in dem gleichen Sinne Avirken. Schmidt®) hat darauf eine Probe zur Erkennung von Pankreas- erkrankungen aufgebaut, welche im mikroskopischen Abschnitt näher besprochen werden wird. Gallemangel macht, wie bekannt, ausschliesslich Störungen der Fettverdauung. Nur selten sieht man dabei makroskopisch erkennbare Fettklumpen von talg- artiger oder weicher Konsistenz. Gelegentlich soll wie bei Pankreaserkrankungen flüssiges, an der Luft erstarrendes Fett entleert werden (?) (Nothnagel). Der Darm selbst kommt für die Sekretion von Verdauungssäften viel Aveniger in Betracht. Am ehesten scheint beim Ausfall seiner Arbeit die Zellulose- Amrdauung zu leiden, so dass es zum Auftreten gärender Stuhlentleerungen kommt [„intestinale Gärungsdyspepsie“ nach Schmidt- und StrasburgerD]. Indirekt, nämlich durch mangelhafte Verarbeitung des Speisebreies wegen zu kurzer Aufenthaltsdauer, kann er die chemische Verdauung erheblicher beein- trächtigen. Insuffizienz der Resorption: Obwohl nur gelöste Bestandteile von der Darmwand aufgenommen Averden, so erscheint es doch keinesAvegs unmöglich, dass mangelhafte Resorption auch den Zerfall von grösseren Nahrungsteilen be- hindert. Man denke nur daran, Avie viel schneller ein Stück Zucker im Munde zerfällt, Avenn man dabei saugt, als Avenn inan es sicli ruhig lösen lässt. Schmidt®) hat bei unkomplizierter Tabes meseraica sichtbare Muskelbruchstücke in den Fäzes gefunden, deren Erscheinen durch die gesteigerte Peristaltik nicht genügend erklärt zu sein schien. Möglich ist aber auch, dass hier eine noch un- bekannte sekretorische Störung im Spiele ist. Diagnostische Gesichtspunkte. Die diagnostische Bedeutung makroskopiscli erkennbarer Speisereste in den Fäzes, welclie in frülicreu Zeiten, als man noch unter der Lienteric ein eigenes Krankheitsbiid verstand, selir hocJi geschätzt Avurde, ist in neuerer Zeit selir in den Hintergrund getreten. Man hat erkannt, dass nur in Avenigen Fällen ein einzelnes Moment für diese Störung verantwortlich zu machen ist und dass es vor allem ausserordentlich schwer ist, eine Grenze zAvischen dem, Avas normal und Avas krankhaft ist, festzusetzen. Dennoch lässt sich aus einer richtigen Durchmusterung der Fäzes unter gleichzeitiger genauer Kontrolle der Nahrung 1) l’rag. mcd. Wochcnsclir. 18!)!). Nr. 3f! ii. 37. 2) Die cin.sclilägige Ijitcratur firidel .sich bei Oscr, Die Erkrankungen des Pankreas. Wien 1898. 8. 98 (in NoUinagel’s llandbucli der .spez. l’aUiologie und Tliera,i)ie). 3) Verb. d. Kongr. f. innere Medizin. 21. 1!)04. 8. 33.'). 4) Dcutseb. Arcli. f. klin. Mcd. 6!). I!)01. 8. 570. Die hier geänsscrlc Auffassung der Oärungsdyspepsie bcrulit, auf Erfahrungen, deren niilicre l’.cgriindung ich mir Vorbehalte 8climidt. (Vergl. Zcitsclir. f. e.xp. l’athol. u. Therapie. 7. 1909. S. 275.) 5) Zitat s. 8. 34 unter (1.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28112313_0051.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)