Die Fäzes des Menschen im normalen und krankhaften Zustande : mit besonderer Berücksichtigung der klinischen Untersuchungsmethoden / von Ad. Schmidt und J. Strasburger.
- Adolf Schmidt
- Date:
- 1910
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Credit: Die Fäzes des Menschen im normalen und krankhaften Zustande : mit besonderer Berücksichtigung der klinischen Untersuchungsmethoden / von Ad. Schmidt und J. Strasburger. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![(lybcnlorischcn Prozessen clor Dickdarnisclileimliaut ist cs immerhin möglich, dass fibrinöse Auflageningen resp. Einlagerungen in die Schleimhaut allein oder mit dieser selbst ausgestossen werden. Nachgewiesen sind sie aber bis jetzt auch hier nicht, und das hängt wohl mit der leichten Zersetzbarkeit der zarten Fibrin- netzc zusammen. c) Eiter. Makroskopisch sichtbare Eiterllocken von grauweisser Farbe kommen gelegentlich in dünnen Entleerungen vor, können aber ohne Zuhilfenahme des Mikroskopes wohl kaum von trüben Schleimflocken unterschieden werden. Er- scheinen sie in grösserer Menge oder wird gar reiner Eiter abgesetzt, so wird man immer zunächst an den Durchbruch paraintestinaler Eiterherde in den Dickdarm denken müssen. Während der Passage des Eiters vom Dünndarm und selbst vom Coecum bis zum After tritt bereits ein so weitgehender Zerfall des Eiters ein, dass er nur in den seltensten Fällen noch als solcher erkennbar sein dürfte [Sahli^)]. Auch die verschiedenen Ulzerationsprozesse des Dick- darmes und in Ausnahraefällcn des Dünndarmes (Dysenterie, Colitis ulcerosa, Lues, Neoplasmen, Tuberkulose, Typhus) können zum Abgang von Eiterllocken mit dem Stuhle führen, am häufigsten wohl die chronische Ruhr. Dass in diesen Fällen der Eiter inniger mit dem Kote gemischt ist, als bei Durchbrüchen, kann wohl kaum als allgemeine Regel gelten. Immer beweist Eiter mit Sicherheit das Bestehen einer ülzeration resp. Perforation der Schleimhaut, da von den verschiedenen katarrhalischen Entzündungsprözessen der Darmschleimhaut rein eitriges Sekret niemals gebildet wird [NothnageD)]- d) Blut. Das Erkennen von Blutzumengungen zum Stuhle ist nicht immer leicht, da die rote Farbe des Hämoglobins bei längerer Passage in Braun (Hämatin) um- gevvandelt wird. Reichliche Mengen zersetzten Blutes machen die bekannte Teerfarbe. Man tut bei Verdacht auf Blutbeimengung stets gut, die sicheren chemischen Proben zu Rate zu ziehen. Heber den ürsprungsort des Blutes im Darme gibt der Grad der Zersetzung einen — keineswegs immer zuverlässigen ■— Anhaltspunkt (vergl. S. 29). Die y\rt des Prozesses, welcher zur Blutung ge- führt hat, kann manchmal mit ziemlicher Sicherheit erschlossen werden: ist das Blut mit Eiter gemischt (wie in der sog. Lotio carnea der Ruhr) oder liegen andere Symptome vor, welche an die Möglichkeit von Geschwüren denken lassen, so spricht Blutabgang mit grosser Wahrscheinlichkeit für das Vorhandensein von Ulzerationen. Sclileimig-blutigo Abgänge sind u. a. bei Invaginalion und l’oly- posis intestinalis beobachtet worden. Bei einfachen Katarrhen kommen Blutungen wohl nur ganz ausnahmsweise vor, häuliger bei venösen Stauungen, zu denen auch die so gevvöhnliehen Hämorrhoidalblutungen zu rechnen sind. Nothnagel-) hat bei Phthisikern ohne (Jlzorationen und ohne Katarrhe Darmblutungen ver- kommen sehen. Dass Blutungen aus dem Magen und selbst dem Oesophagus in den Fäzes sichtbare Spuren hinterlassen können, ist bekannt. e) Gewebsbestandteile. Von solchen kommen vor: Gewebsfetzen bei dysenterischen und anderen Ulzerationsprozcssen, ganze Darmstücke bei Invagination, abgestossene adenomatöse 1) Sah li. Lehrt», d. klin. UntorsucliungsnicUiüd. 2. Aufl. Leipzig u. Wien. F. Dcutikc. S.-loO. 2) Zitat s. S. 3<) sub 1. S. 2iJ0.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28112313_0059.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)