Die Fäzes des Menschen im normalen und krankhaften Zustande : mit besonderer Berücksichtigung der klinischen Untersuchungsmethoden / von Ad. Schmidt und J. Strasburger.
- Adolf Schmidt
- Date:
- 1910
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Credit: Die Fäzes des Menschen im normalen und krankhaften Zustande : mit besonderer Berücksichtigung der klinischen Untersuchungsmethoden / von Ad. Schmidt und J. Strasburger. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Satz ist von allen späteren Beobachtern bestätigt worden. Zwar ist es richtig, dass sic, wie Notlinagcl^) liervorhebt, im normalen Stuhl bei gemischter Kost mit mässigem Fleischgehalt nur in relativ geringer Menge verkommen, aber man findet ihre Spuren doch bei Genuss von nur 60 g übergebratenen Hackfleisches pro die; ja selbst die Avenigen im mageren Speck vorhandenen Muskelfasern ver- schwinden nicht spurlos im DarmkanaH). Der menschliche Verdauungskanal tritt dadurch in bemerkensAverten Gegensatz zu dem des Fleischfressers (Hundes), von dem erkennbare Muskelreste auch nach reichlicher Fleischkost nicht aus- geschieden AA^erden [Voit'’)], Selbstverständlich existiert in bezug auf die Menge der ausgeschiedenen Muskelfaserreste ein grosser Unterschied je nach der Menge, Art und vor allem nach der Zubereitung des genossenen Fleisches. Was die Menge betrilft, so sind sie nach reichlichem Fleischgenuss stets in erheblicher Zahl vorhanden. Heber den Einfluss der Herkunft des Fleisches existieren nur A^ermutungen. Die Be- hauptung, dass inan aus der verschiedenen ErscheinungSAveise der Muskelfaser- reste auf die Art des genossenen Fleisches schliessen könne [RaAvitz^jj, hat sich als irrig erwiesen; nicht einmal Fleisch und Fisch kann man so unter- scheiden, und es muss sogar zAveifelhaft erscheinen, ob man tatsächlich, Avie Gamgee^) angibt, glatte Muskelfasern als solche wiedererkennen kann. Da- gegen liefert die fast niemals fehlende Ausscheidung kleinster Haut- und Feder- teilchen bei Geflügel, soAvie von Gräten und Schuppen bei Fischen um so sicherere Erkennungsmerkmale [Schilling®)]. Von besonderem Interesse ist die Bedeutung der Zubereitung des Fleisches für die Menge der ausgeschiedenen Muskelreste. Die mikroskopische Unter- suchung ergibt hier keine sicheren Aufschlüsse, abgesehen davon, dass vmn der scharf gebratenen Kruste gelegentlich zickzackförraig geschrumpfte Fasern Avieder- erscheineiU); dagegen hatKermauner durch die von ihm ersonnene Schätzungs- methode (s. unter d) zum ersten Male nachgewiesen, dass bei einem Knaben gleiche Mengen Schinken mehr Muskelfaserreste hinterliessen als gebratenes Fleisch. IclD) habe später bei einem ErAvachsenen mit der verbesserten Kenn aun ersehen Methode einen Vergleichs versuch mit zartem übergebratenen und mit zähem gekochten Ochsenfleisch gemacht, und zwar in der AVeise, dass ich Avährend je 3 Tage gleiche Mengen der betr. Fleischsorte (RohgeAvicht) zu der stets gleichen Beikost gab. Danach gingen von dem zähen Fleische ctAA'a 3mal so viel Muskelfaserrcste durch den Kot verloren, als von dem zarten. Man darf also Avobl schliessen, dass neben der Zerkleinerung (s. darüber unter Binde- gewebe) auch die Güte und Zubereitung des Fleisches wie für die makroskopischen ilesto (vergl. S. 32) so auch für die Menge der mikroskopischen Muskclbruch- stücke in den Fäzes nicht glcicbgiltig ist. Mehr noch als die Ingesta kommt aber hierfür der ZusUmd der Verdauungs- organc in Betracht. Das Nähere darüber Avii’d bei den diagnostischen Gesichts- punkten besprochen werden. 1) I?citrägc zur i’hysiolcigio und l’jiiliologio des Darmes. Berlin 1884 S 00 2) van Bcdden-Ilnlschoscli, ZPal S. .[il sub l-l. S. 22. 3) Physiologie dc.s allgemeinen Stoffwechsels und der Ernährung. (rVtis Ilermami’.s Hand- buch fl. Physiologie.) Leipzig 1881. S. 44(i. 4) .f. üawitz. De yi alimentorum nutriUa. Disserl. inaugur. Breslau 184(!. A pliysiologischc Chemie der Verdauung elc. Dentschc Au^'uibe von Asher ii. Beyer. liOipzig u. Wien 1807. S. 474. fi) I. c. (S. 33 sub 4.) iHOf, Vu “‘''^'^'‘‘Ssficrichto der Niederrheinischen (lc.scll.schaft f. Natur- und Heilkunde zu Bonn. Sitzung vom 23. I. 1800.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28112313_0071.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)