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Credit: Krankheiten des Herzens / bearbeitet von N. Friedreich. Source: Wellcome Collection.
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![dasselbe dilatirt mit oder ohne Hypertrophie seiner Wandungen. Marsh fand Dilatation sänuntlicher Herzabschnitte, Heusinger und Prael Hy- pertrophieen des linken Ventrikels. Manchmal wird ein auffälliges Welk- und Schlaffsein der Musculatur besonders hervorgehoben; mitunter fanden sich Klappenfehler. Als Grund des Exophthalmus bezeichneten Base- dow i]ind Heusinger eine einfache Hyperplasie des hinter dem Bulbus gelegenen Zell- und Fettgewebes; Andere dagegen, wie Prael, konnten sich in keiner Weise von dem Vorhandensein einer solchen überzeugen. Von grösserer Bedeutung scheint die in einigen Fällen constatirte Hyper- ämie mid Erweiterung der Gefässe hinter dem Bulbus (Taylor), sowie eine seröse Infiltration des daselbst gelegenen Gewebspolsters. Ebenso sind die Angaben bezüglich der Struma verschieden. Die mitunter vorge- fundene Existenz hyperplastischer und coUoider Kropfknoten dürfte wohl kaum Bedeutung besitzen, wenn man das so überaus häufige Vorkommen derartiger Veränderungen der Schilddrüse im Allgemeinen berücksichtigt. Dagegen ist die in den meisten Leichenöffnungen nachgewiesene Dilata- tion und- Hyperämie der Blutgefässe der Drüse, und zwar ebenso der Arterien, wie der Venen (Begbie, Graves, Stokes, Banks etc.) von ungleich grösserem Gewichte für die Erklärung der pulsirenden Struma. Ebenso (vichtig sind die mehrfach angeführten Befunde einer starken Er- weiteruPig der Arterien - und Venenstämme, namentlich des Kopfes und Halses. Weitere pathologisch-anatomische Befunde in einzelnen Fällen waren: Atherom der Arterien (Endarteriitis), vielleicht als die Wirkung eines ajidauernd gesteigerten Seitendrucks; ferner Hyperämieen der ver- schiedensten Körperorgane, sowie hydropische Ergüsse und Infiltrationen in die Höhlen und Gewebe des Körpers. In einzelnen Fällen fanden sich Milztumoren (Begbie, Banks). Eine ganz besondere Berücksichtigung verdienen die Angaben einiger Autoren bezüglich anatomischer Befunde am Sympathicus; so fand Trousseau einmal den Halssympathicus stark hyperämisch und dessen Ganglien zum Theil atrophisch, zum Theil zu einer bindegewebigen Masse umgewandelt; in ähnlicher Weise berichten Cruise und Mac Donnell, die unteren Cervicalganglien des Sympathi- cns atrophisch und durch ein fetthältiges Zellgewebe ersetzt gesehen zn haben. \yeitere Untersuchungen dürften namenthch hinsichtlich derarti- ger Veränderungen von äusserster Wichtigkeit sein. §. 336. Ueber die Natur- und das Wesen der Basedow'schen Krankheit wurden verschiedene, meist sehr dem Bereiche der Hypothese angehörige Meinungen geäussert. Basedow dachte, indem er den so oft gleichzeitig bestehenden anämischen Zustand allzusehr in den Vordergrund stellte, an eine der Chlorose ähnhche, primäre Veränderung der Blutmi- schung als an die Ursache der Krankheit und bezeichnete demgemäss dieselbe als „Glotzaugendyscrasie, Glotzaugencachexie, eine Ansicht, wel- che neuerlichst von Hiff eis heim, äer die Affection mit der Amaurose der Bright'schen Kranken, der Cataract der Diabetiker, der Eclampsie bei Urämie in ungerechtfertigte Analogie bringt, wieder hervorgeholt wurde und welche selbst im Schoosse der Pariser Academie an Beau noch ihren Vertheidiger fand. Es wird wohl kaum^öthig^sein, nochmals darauf hin- zuweisen, dass in vielen Fällen dem Ausbruch der Krankheit keinerlei Symptome von Anämie oder irgend einer sonstigen Blutalteration vor- ausgmgen oder den Verlauf des Leidens selbst begleiteten. Ebensowenig Berücksichtigung verdient die Hypothese vonPiorry, welcher die Struma das Primäre sein lässt und die übrigen Krankheitssymptome von einem Druck derselben auf die umhegenden Gebilde, namentlich die Gefässe](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21918132_0328.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)