Prolegomena zu einer wissenschaftlichen Mythologie / Von Karl Otfried Müller ; Mit einer antikritischen Zugabe.
- Karl Otfried Müller
- Date:
- 1825
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Credit: Prolegomena zu einer wissenschaftlichen Mythologie / Von Karl Otfried Müller ; Mit einer antikritischen Zugabe. Source: Wellcome Collection.
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![scliiing vGrscliiedenartiger Götterdienste und Mytlien- lireise auf seine Reclmung zu bringen. Er gab dann dem Dionysos aus der Kretischen Mythologie die Kureten als Beschützer, so dafs der Gott nun dieselben Freunde und Feinde hatte wie der junge Zeus; er brachte auch, wohl um des Gleichlauts von TlaTiTiäg und nioXkoi.ievi] xctpü/cc willen, die Athenische Göttin hinzu; ja man könnte behaupten, dafs er den Dionysos Zagreus zuerst, um ihn mit dem Attischen lakchos vereinigen zu können, der Persephone Sohn genannt habe: wenn es nicht sehr wahrscheinlich wäre, dafs die Orphiker, Diony¬ sos- und Demeter - Ciiltus zusammenschmelzend, dies schon früher gethan haben. Nun aber dem Onomakritos noch mehr als das angegebne aufzubürden, scheint mir völlig grund. los; und wenn man gemeint hat, dafs er der Erfin¬ der der ganzen]-Fabel gewesen, was Pausanias^keines- weges sagt, so mufs ich gestehn, dafs ich mir dies »kaum recht denken kann. Ein unheiliger, ein ver¬ ruchter Mann hätte es ja nach der Ansicht der Al¬ ten sein müssen, der den ewig jungen, den Freu¬ dengott Dionysos, aus eigner Grille, von den Tita¬ nen zerreifsen liefs. Und gesetzt, Onomakritos war ein so gewissenloser Frevler; so mufste er auch thörigter als thörigt sein, wenn er glauben konnte, ein so wichtiges, und doch vorher sämmtlichen Griechen ganz unbekanntes Ereignifs in Sage und Glauben einzuschwärzen. Und was hätten die Del- pher dazu gesagt, wenn er ihnen, ohne dafs sie etwas davon vorher gewufst> ein Grab des Diony¬ sos in ihr Land gefabelt. Oder meint man, dafs diese , mit dem betrügerischen Orphiker im Bunde, oder dessen ErJindungen für die Verherrlichung ih- t](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29320744_0412.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)