Prolegomena zu einer wissenschaftlichen Mythologie / Von Karl Otfried Müller ; Mit einer antikritischen Zugabe.
- Karl Otfried Müller
- Date:
- 1825
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Credit: Prolegomena zu einer wissenschaftlichen Mythologie / Von Karl Otfried Müller ; Mit einer antikritischen Zugabe. Source: Wellcome Collection.
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![Anfang an lokal annimmt und aus der Geschichte und den Ideen dieses Cultus erklärt. Als lokale Sa ge kam sie, wahrscheinlich, schon in den Epigonen vorj die Helden schickten ja nach alter Sage die Manto nacli Delphi.] Seit Hesiodos werden nun die Hyperboreer von allen Genaueren in die West¬ gegenden gesetzt, erst Spätre schieben sie nach N. u, NO. [Wohin sie Hesiod gesetzt, wissen wir nicht; das älteste Zeugnifs, was wir haben, ist der Auszug aus den Arimaspeen (etwa Olymp. 50- 60) bei Herodot, und dort wohnen sie schon im höch¬ sten Norden, wie bei Sophokles (oben S. 19) und Damastes. Auch Pindar kennt keine westlichen Hyperboreer, wie ich jetzt einsehe, denn Per¬ seus, P. 10, 51, kann recht gut erst nördlich, dann westlich gehn; und O. 8, 47. geht Apollon von Troja durch das Land der Amazonen, d. h. durch das Land jenseits des Halys, also zuerst Östlich, zu den Hyperboreen. Pindar setzt aber die Hy¬ perboreer den Nilquellen entgegen, I. 5, 22, die offenbar den fernsten S.punkt bezeichnen, und an die Quellen des Istros, O. 3, 14, den er sich mit Aeschylos (Herodots um ein halbes Jahrhundert spä¬ tre Vorstellung ist dabei zu entfernen) als einen Ungeheuern N.strom dachte. Aeschylos, wissen wir, liefs im Prometheus Xvouevog (ich nehme mir die Freiheit, eine neue Vermuthung über die Stelle mit Stillschweigen zu übergehn) den Herakles zum Hauch des Boreas kommen, wo dieser nämlich, nach der Vorstellung des Alterthums, aus den Rhi- päen hervorbraust; von den Rhipäen aber und dem Hyperboreerlande strömte ihm auch der Istros. ] Mit diesem Schiffermährehen vereinte sich ein an¬ dres, das von dem singenden Schwan im Ligyer- lande, der nun auch dem benachbarten Apollon geheiligt wurde; zuerst Hesiod redet davon, [Le¬ ber die Hesiodische Stelle vgl. oben S. 199. 193. Aber den Schwan dem Apollon heiligen konnte man ja schon lange vorher, beim alten Altar des Apollon zu Tempe, wo nach dem Homeridenhym- nus 21. Schwäne häufig waren; und auch hier gab](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29320744_0440.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)