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Credit: Untersuchungen aus dem physiologischen Laboratorium in Wurzburg. Source: Wellcome Collection.
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![ganz gleich auf die Pulsfrequenz wirken, und zwar sollen diese Gifte darin übereinstimmen, dass sie bei abnorm vergrösserter ]\ilsfrequenz dieselbe herabsetzen, bei grossen Dosen dagegen den verlangsamten Puls wieder beschleunigen. LusANNA (L'Union 77—79. 1851) wandte alkoholische Lösungen von Atropin an, äusserlich rieb er Atropinsalbe ein. Die Erscheinungen sind denen ähnlich, welche frühere Aerzte von der lielladonnain- toxication beschrieben. Vor Allem wird die Erweiterung der Pupille hervorgehoben. Fast eben so schnell treten Gesichtsstörungen ein, bestehend in Bleichsehen, Verschleierung und selbst völliger Verdunkehmg des Auges. Störungen der Intelligenz treten ein: das Individuum erscheint zerstreut, befan- gen, antwortet verkehrt wie im Rausche. Hallucinationen des Gehörs, Gesichts, Trockenheit des Mundes etc., verstärkter aber nicht beschleunigter, sondern eher verlangsamter Puls, Haut- röthe. Zittern, Lähmvuag des Sphincter ani et vesicae urinariae, «das durch Atropin vorzugsweise influenzirte System ist das Cerebrospinal- nervensystem, zvierst das kleine Gehirn (?), später das Spinalsystem« (siehe Schmidt's Jahrb., Bd. 72 S. 20). Wir kommen jetzt zu den Arbeiten von Schroff (Ueber Bella- donna, Atropin und Daturin in der Zeitschrift der Gesellschaft der Aerzte zu Wien, Jahrg. 1852. Bd. 1 S. 211 ff.), welcher in Verbindung mit Fröhlich u.nd Lichtenfels den Einfluss der Belladonnawm-zel und des Atropins auf Puls, Temperatur und Pupillenweite vergleichs- weise untersuchte, und bei dieser Untersuchving zunächst die Frage zu entscheiden bestrebt war, zu welcher Zeit im Jahre die Wurzeln unserer Giftpflanze die grösste Menge an wirksamem Alkaloide enthielten. Zu diesem ZAvecke stellten die Herrn Lichtenfels und Fröhlich mit dem Extracte der Wurzel, und mit Atropin Versuche an sich selbst an. Die wichtigsten Resultate dieser sorgfältigen Versuche lassen sich in kur- zen Worten ausdrücken: die Belladonna und das Atropin setzen die Pulsfrequenz anfangs herab, um dieselbe später zu erhöhen. Den Einfluss der Dosis auf den Gang der Phänomene zeigt am besten die folgende von Lichtenfels und Fröh- lich entworfene Tabelle; in welcher die Dosen sich auf das Pulver der im Juli gesammelten Wurzel beziehen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21993257_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)