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Credit: Untersuchungen aus dem physiologischen Laboratorium in Wurzburg. Source: Wellcome Collection.
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![dieselbe, indem wir ims hier darauf beschränken, die Schlussfulgc- runo-en Ruiter's über die Wirkungsweise dieses Giftes mitzutheilen. Sie sind bckanntUch folgende 1. c. S. 35.: 1) ])as Atropin vermindert die Thätigkeit des Schliessmuskels der Pupille (d. h. der Fasern des N. oculomotorius) und lähmt sie zuletzt. •2) Das Atropin vermindert die Thätigkeit des Fupillenerweitcrers (d. h. die Fasern des Sympathicus) nicht, sondern erhöht dieselbe wahrscheinlich. 3) Der motorische Einfluss des Nervus trigeminus auf die Iris, der Avenigstens von dem Ganglion opliilialmicum her, nicht direct, sondern auf den Diktator durch die Fäden des Sympathicus, auf den Sphincter durch die Fasern des Oculomotorius wirkt, vdrd von der Belladonna nicht direct verändert. Wenn wir von einer sehr unzureichenden Untersuchung Ambkoso- Li's*) über die Wirkung des Atropin auf den Herzschlag und die Ner- venirritabiHtät, absehen, in welcher der Verfasser behauptet, dass das Atropin ebenso wirke als das Moi-phin (!), so finden wir uns jetzt einer der neuesten Arbeiten über das Atropin, gegenüber: nämlich der Un- tersuchung des Petersburger Klinikers S. Botkin, über die physiolo- gische Wirkung des schwefelsauren Atropin, welche in dem 24. Bande von ViucHüw's Archiv (Jahrgang 1862) abgedruckt ist. BüXKiN hat es verschrfiäht die verschiedenen Dosen unsres Giftes von den kleinsten zu den grössten zu untersuchen, sondern er hat fast nur mit colossalen Gaben des Giftes gearbeitet. Seine Untersuchungen beziehen sich wesentlich auf den Einfluss des Giftes auf die motorischen und sensiblen Nerven beim Frosche und den Säugethieren. Er giebt an, dass die Nerven durch das Gift gänzlich gelähmt werden, ähnlich, wie diess durch das Pfeilgift geschieht; dass diese Lähmung früher die mo- torischen, als die sensiblen Nerven ergreift, dass dagegen die Muskel- substanz ihre Reizbarkeit behält zu einer Zeit, wo die indirecte Reizung absolut nicht mehr wirkt. Die Einwirkung auf die Kreislaufserschei- nungen, welche Botkin ebenfalls unter Anwendung ganz enonner Gift- mengen untersuchte, besteht nach ihm bei Fröschen aus einer Ver- minderung der Herzschläge, bei Säugethieren aus einer der Vergif- tung unmittelbar folgenden Vermehrung derselben. Zu gleicher Zeit sinkt nach ihm der Seitendnick im Aortensystem. Er schliesst hieraus auf Herabsetzung der Herzthätigkeit auch beim Säugethicre, indem er folgert (1. c. S. 89): »Ungeachtet der sichtlichen Differenz in *) Ueber den Einfluss eiiii<rer Gifte auf das Hurz und die Nervenirritnbilität. Gazz. Lomb. 28. 1856. Scumiüt's Jahrbücher 1857. 93. Band. S. 31.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21993257_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)