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Credit: Organische Chemie fur Arzte in zwolf Vorlesungen / von Felix B. Ahrens. Source: Wellcome Collection.
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![Amylenhydrat (s. o.) hervorruft. Letzteres hat allerdings den Vorzug, dass es schon nach ca. 15 Minuten und plötzhch wirkt, während der Harnstoff erst nach 30-45 Minuten und zwar allmählich seine hypnotischen Eigenschaften zur Geltung bringt. Ersetzt man das Sauerstoffatom im Harnstoff durch das gleichwertige Schwefelatom, so erhält man Thio harn st off CS<^^J, der in derselben Weise wie der Harnstoff reagiert. Tritt in das Harnstoffmolekül an Stelle des Sauerstoffs die zweiwertige „Imid-Gruppe NH (d. i. NH^^—2H), so erhält man Guanidin NH=C<^g2, welches derselben Substitu- tionen fähig ist, wie der Harnstoff selbst. Von den dadurch entstehenden Produkten sind vorzugsweise interessant das NH^ , , Kreatin HN=C<^-j^^Qg3-^_Qjj2(;;;QOH ^ /NH CO Kreatinin HN=C< | ; \N(CH3)-CH2 ersteres findet sich vorzugsweise im Muskelsafte; letzteres fast stets im Harn und entsteht leicht, wenn man eine wässe- rige Lösung von Kreatin, besonders bei Gegenwart von Säuren, eind ampft. In naher Beziehung zum Harnstoff steht die Harnsäure Q5jj4]yf^jQ3^ welcher die Konstitution .NH-C-NHv 11 >co CO/ C-NH/ zukommt. NH-CO Dieselbe findet sich im Muskelsafte, Blut und Harn nament- lich der Karnivoren, ferner in den Exkrementen der Vögel, Schlangen und Insekten. Beim Stehen von Harn an der Luft scheidet sich Harnsäure aus; in krankhaften Zuständen findet eine solche Ausscheidung auch im Organismus statt. Künstlich ist die Harnsäure durch Erhitzen von Glykokoll mit Harnstoff auf 200—230erhalten worden.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21957964_0085.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)