Untersuchungen über niedere Pilze aus dem Pflanzenphysiologischen Institut in München / von C. v. Nägeli.
- Universität München. Pflanzenphysiologisches Institut.
- Date:
- 1882
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Credit: Untersuchungen über niedere Pilze aus dem Pflanzenphysiologischen Institut in München / von C. v. Nägeli. Source: Wellcome Collection.
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![die von ihm als „Pasteur'sche Septikämie öder „malignes Oedem be- zeichnete Bacterienkrankheit erzielt hatte. Diese Behauptung erleichtert sich Koch wesentlich dadurch, dass er alle meine bezüglichen Angaben, welche das Gegentheil seiner Behauptung beweisen, einfach ignorirt. Da- gegen bringt Koch selbst zwei Gründe für seine Aufstellung bei. Erstens soll der Umstand, dass ich mit frischem arteriellem Blut gezüchtet habe, die Bacterien des malignen Oedems in den Versuch ein- geführt haben»). Diese Behauptung ist ganz gegenstandslos, da ausdrück- lich angegeben wird, dass aus dem Blut erst nochmals in Fleisch- extract reincultivirt wurde, um Sporen zu bilden, die nun erst zur Einspritzung kamen. Hat denn Koch jemals die Bacterien des malignen Oedems in Fleichextract gezüchtet? Im Gegentheil, er gibt an, dass dies unmöglich sei! Unmöglich ist diese Züchtung nun zwar nicht, aber ganz unmöglich allerdings, solange man noch Augen hat, die Ver- wechslung dieser in Fleischextract gezüchteten Oedembacterien mit der ebenda cultivirten sporenbildenden Mittelform der Heubacterien. Ausser- dem verwechselt Koch das Blut einer Erstickungsleiche (worin sich in der That häufig die Oedembacterien finden) mit frischem, dem lebenden Thiere entnommenem arteriellen Blute. Koch scheint nicht zu wissen, dass im Augenblick der Erstickung die Oedembacterien noch nicht im Blute sind, sondern erst später in dasselbe einwandern'^). Der zweite Grund Koch's ist ein allgemeiner und lautet: „Was kann unter diesen Umständen [Züchtung mit Blut, d. Vf.] Jemand, für den pathogene Bacillen und Milzbrandbacillen eins und dasselbe sind, wohl anders annehmen, als dass er Milzbrand künstlich aus unschädlichen Organismen erzeugt hat. Die thörichte Meinung, welche mir Koch selbst zugeschoben hat, wird also hier als Argument gegen mich verwendet. Mit solchen Gründen kämpft ein Kritiker, der es nicht der Mühe werth findet, den Inhalt der- jenigen Arbeit, welche er bekämpft, im Einzelnen sich anzusehen. Genug also von Koch's Gründen. Die wissenschaftlich interessante Seite der Frage besteht darin, ob Milzbrand und malignes Oedem in der That ähnliche Krankheiten sind, die leicht verwechselt werden können. Wenn man Koch's polemischen Aeusserungen Glauben schenken wollte, wäre dies allerdings der Fall. In der That aber kann davon gar keine Rede sein. Wer nicht an klein- 1) Koch erwähnt wiederholt in vorwurfsvollem Tone, dass ich mit „nicht sterilisirtem Blut gezüchtet habe. Sollte es etwa eine Möglichkeit geben, das Blut ohne Veränderung seiner Eigenschaften zu sterilisiren? 2) Der ganze Einwand ist um so seltsamer, als Koch stets behauptet, im lebenden gesunden Körper, also auch im Blute, seien keine Bacterien zugegen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22287905_0273.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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