Mikro-organismen bei den Wund-Infections-Krankheiten des Menschen / von Friedr. Jul. Rosenbach.
- Rosenbach, Anton Julius Friedrich, 1842-1923.
- Date:
- 1884
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Credit: Mikro-organismen bei den Wund-Infections-Krankheiten des Menschen / von Friedr. Jul. Rosenbach. Source: Wellcome Collection.
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![10 beschenkt: derCultur auf festen Nährboden. Erst als ich anfing, die Mikrobien der Abscesse auf solchen Medien zu züchten, lernte ich die verschiedenen Arten derselben kennen. Schon allein das makroskopische Aussehen der Kulturen liess dieselben Formen stets leicht und sicher wiedererkennen und stimmte in jedem Falle mit der mikroskopischen Controle. Ich machte die Kulturen zuerst auf Pepton-Fleischextract-Gelatine (welche ich in folgendem abgekürzt mit P. F. G. bezeichnen werde). Jetzt verwende ich diesen Nährboden nur noch zu bestimmten Zwecken, nicht im Allgemeinen, weil die meisten Eitercoccen die Eigen- schaft haben, die Gelatine rasch zu verflüssigen, so dass sie oft zer- flossen ist, che einmal die Kultur charakteristische Formen oder Farbe angenommen hat. Keiner der in dieser Arbeit in Frage kom- menden Mikroorganismen hatte die Eigenschaft, den Agarboden zu verflüssigen. Auch fand ich denselben im Uebrigen sehr geeignet für meine Zwecke. Er Hess am besten die verschiedenen Arten des Wachsthums der Pilzrasen, die Nuance in der Fär- bung, der Durchsichtigkeit, die Interferenzerscheinungen etc. etc. erkennen. Ich habe vorwiegend auf diesem, dann auch auf er- starrtem Blutserum, seltener auf Kartoffeln kultivirt. Die Be- reitung des Fleischpcpton-Agarnährbodens (im Folgenden F. P. A bezeichnet) entspricht ganz der in den Veröffentlichungen des Reichsgesundheitsamtcs für die P. F. G. gegebenen Vorschriften. Es wurden iooo gr Fleischinfus [iooo gr zerkleinertes Rindfleisch mit 1000 gr destillirtem Wasser 24 Stunden in der Kälte macerirt, die Flüssigkeit abgegossen, aufgekocht, filtrirt] mit 10 gr Eiweisspepton, 6 gr Kochsalz und etwa 20 gr Agar versetzt bis zum Zergehen des Letzteren gekocht, mit phosphor- saurem Natron bis zur alkalischen Reaction versetzt und im Dampftopf durch Watte filtrirt. Es ist nicht zu erreichen, dass die Consistenz des Agars immer gleich ausfällt, weil sich dasselbe bei langem Kochen nur theilweise auflöst, bald mehr, bald weniger. Für das Aus- sehen der Kulturen ist aber die Steifheit dieses Nährbodens nicht gleichgültig. AVill man also Kulturen mit einander ver-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21005898_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


