Die Electricität in der Medicin : Studien / von Hugo Ziemssen.
- Hugo Wilhelm von Ziemssen
- Date:
- 1866
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Credit: Die Electricität in der Medicin : Studien / von Hugo Ziemssen. Source: Wellcome Collection.
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![Nerven, hauptsächlich weil diese häufig nicht am Rande, son- dern von der Tiefe her — also von der Electrodeuspitze durch eine oft sehr dicke Lage von gut leitender Muskelsubstauz ge- trennt — in den Muskel eintreten. Manche Muskeln werden ausserdem von zwei und mehr Nerven versorgt, welche zur Er- zielung einer completen Contraction eine entsprechende Verviel- fältigung der Electroden erforden würden. Wenn hier gleich die Möglichkeit der Erzielung des gewünschten Effectes vorliegt, so ist doch in der Praxis von einer solchen Procedur Abstand zu nehmen und auf die directe Faradisirung der Muskelsubstanz zu recurriren. Die Muskeln und ihre anatomischen Verhältnisse, welche das letztere Verfahren unentbehrlich machen, werden unten im speciellen Theile genauer besprochen werden. Ueberzeugt von der durchgreifenden Bedeutung der Du- chenne'sehen Methode sowohl für die Anatomie und Physio- logie als für die Pathologie und Therapie des Muskel- und in mancher Beziehung auch des Nervensystems stellte ich mir im Jahre 1856 die Aufgabe, der Methode eine sichere anatomische Basis zu schaffen und derselben durch eine einfache und kurze Darstellung der anatomischen Verhältnisse sowohl als durch eine praktische Anweisung zur Ueberwindung der technischen Schwie- rigkeiten Eingang bei den Aerzten zu verschaffen. In den anatomischen Handbüchern vermisste ich Untersu- chungen und Angaben über den Verlauf der motorischen Nerven- zweige zu ihren Muskeln hin, sowie über den Ort, wo die erste- ren in die Muskelsubstanz eintreten. Die anatomischen Abbil- dungen von Bourgery und Hirschfeld '), so brauchbar sie mir auch als Tjeitfaden für die einschläglicheu anatomischen ün- tersuchuiigen an der Leiche Avaren, konnten doch keinen Auf- schluss gehen über das Lageverhältniss der Eintritts- stellen der motorischen Nerven zur 11 n utoberfläche. Dieses Lagerverhältuiss festzustellen, die Eintrittspunkte auf die Körperoberfläche zu projiciren, schien mir aber die hanptsäch- I) \<]h \s;ucii (lii's Im jener Zeit die eiiizj^eii Tufelii. weKlie emigeniiati^'Oii (lein Veiliiillrii der niotovischen Nerveiizweige zu iliren Muskeln Rech- Miiii^' lruf,'OM. .lel/.l findol. ni;iii in den vorlreiriiclien Atlanten von Hüdingiir und llenUe tliese Vorhältnisse gonügend borücksichtigt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21085511_0036.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)