Die Electricität in der Medicin : Studien / von Hugo Ziemssen.
- Hugo Wilhelm von Ziemssen
- Date:
- 1866
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Credit: Die Electricität in der Medicin : Studien / von Hugo Ziemssen. Source: Wellcome Collection.
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![Zu diesen Versuchen bediente ich mich eines vorzüglichen Thermometers von Ch. F. Geissler in Berlin, dessen Quecksilber- Reservoir nicht eine Kugel, sondern eine Spindel von ca. 15 Mil- limeter Länge und 5 Millimeter Dicke ist. Die Steigröhre ist äusserst fein und befindet sich auf einer Tafel von 32 Ceutim. Länge, welche eine Scala von + 6° bis + 56° Celsius zeigt. Die Eintheilung in Zehntel-Grade ist so eingerichtet, dass man bequem Zwanzigstel-Grade ablesen kann. Die Form des Queck- silber-Reservoirs sowie die Empfindlichkeit des Instrumentes lassen dasselbe zu Messungen der Temperatur au der Körper- oberfläche besonders geeignet erscheinen. Das Verfahren bei den Messungen war so, dass ich die Quecksilber - Spindel in die Fur- che zwischen dem M. extensor digitor. comnmn. und M. ext. carpi radial, brev. einlegte, dieselbe in ihrer ganzen Länge der Haut möglichst genau coaptirte und in dieser Stellung 20 Mi- nuten vor der Reizung, sodann während derselben und eine län- gere Zeit nach dem Oeifnen der Kette unverrückt fixirte. Die Erhe])ung von Hautfalten behufs Umhüllung der Spindel habe ich nach vielen Versuchen als unbrauchbar und zu Irrthümern führend aufgegeben. Die meisten Versuche wurden bei durchaus unbedeck- ter Haut augestellt, wobei mit der grössten Sorgfalt die Ein- wirkung von Luftströmungen und die Verrückung der Spin- del vermieden wurde. Ich habe indessen die Resultate dieser Versuche durch Experimentiren bei Umhüllung des Vorderarms und der Spindel mit dreifachen Lagen von dickem Flanell con- trollirt. Selljsredend können die Resultate immer nur einen re- lativen. Werth haben, da einerseits die Abkühlung des Quecksil- bers in der Spindel Seitens der äusseren Luft nicht venfiiieden werden kann, andererseits durch die Bedeckung der Epidermis mit schlechten Leitern die normale Wärmeausgabe der Haut ge- stört wird; indessen zeigen doch die Resultate der einzelnen Ver- suchs-Reihen eine Uebereinstimiiiuug, welche über die That- sache keinen Zweifel lässt. Die Verkürzung der Streckmuskeln am VordcM-arm wurde durch localisirtc l'^aradisirung des N. ra- (liiilis ;iiii ()bci-aiii, du wo er sich um den Ilimicrus nach vorne hcruiiiwiiidct - ungefähr in der Mitte zwisihen dem Condyl, exi, hiiiueri und deui Ansätze des M. deltoid. — mittelst der po- sitiven Electrode bewerkstelligt, währeud die negative auf dem](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21085511_0056.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)