Gahrungserscheinungen. Untersuchungen über Gährung, Fäulniss und Verwesung : mit Berücksichtigung der Miasmen und Contagien sowie der Desinfection, für Ärzte, Naturforscher, Landwirthe, und Techniker / mitgetheilt von Ernst Hallier.
- Date:
- 1867
Licence: Public Domain Mark
Credit: Gahrungserscheinungen. Untersuchungen über Gährung, Fäulniss und Verwesung : mit Berücksichtigung der Miasmen und Contagien sowie der Desinfection, für Ärzte, Naturforscher, Landwirthe, und Techniker / mitgetheilt von Ernst Hallier. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
26/126 page 18
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![gang anzuselien. llei der geistigcn Gahrung ist offenbar der Sauerstoff der Luft niclit notbwendig, ja cr Avird schadlicli, wenn er reicblicb dar- o-eboten Avird. In diesem Falle namlich tritt die Essiggahrung, also em Venvesungsprocess, eine Oxydation, ein. Bei alien anorganisclien Oxy- dationen ist der freie Luftzutritt dringcnd notlnvendig, so z. B. bei der\ er- Avcsung stickstoffhaltiger Korper. Auch Stickstoff Avird offenbar von den E.ermenten baufig der Luft entzogen, sonst konnten niclit vollig stickstoff- freie Substanzen Avie Glycerin, Zucker u. a. in starke Gahrung imt pro- fuser Hefebildung versetzt werden durcli den Zusatz emiger wemger Schimmelsporen. Ueber die Wirlmngsweise der Fermente giebt es sebr verscbiedene Ansicbten, von denen sich zAvei lange Zeit scbembar wider sprecliend gegeniiberstanden, welcbe sicb reclit gut vereimgen lassen und aucli beide im Be elite zu sein sebeinen. Nach der einen Avirken die Fer- mente durcli ihre ebemisebe Zusammensetzung, abgeseben davon, ob sie organisirt sind oder nicht. So z. B. bringt eine Stickstoffyerbmdung nacb dieser Ansiclit Gahrung liervor, mag sie nun todten oder lebenden Oiga- nismen angeboren. Nach der anderen Ansiclit wirken lebende Orgams- men als Fermente. Wir wollen diese Ansicbten in den einzelnen Gah- rungsformen zu priifen sueben, von denen icli die Avichtigsten kurz be- leucbte. 1. Geistige Gahrung oder Alkokolgakrung. Diese Gahrung lassen wir vorangehen, weil sie die bekannteste eon alien ist. Bekanntlich ist die Gahrungsfliissigkeit zuckerhaltiges W asset, das Ferment bestelit aus vegetabilischen Organismen undzwar aus He e- zellen verschiedener Schimnielpilze, namentlich: Pen,album amtaceim Fr Mucor, Aspergillus glaucus LI. u. a. Eine etwasmystische Belle spielt dabei der Stickstoff. Angeblieli sollte derselbe ^ Ferment mrk®, Pasteur hat aber gezeigt, dass man den m den gewohnhehen Gahru^ flussigkeiten in Form vegetabilischer Substanzen vorbandentn Stickstoff durch Zusatz von Ammoniaksalzen voUkommenersetzen konne und das der Stickstoff gar nicht direct, sondern ledtghcb als Nahrung daH<*- nilze bei der Gahrung betheiligt sei. Hier ist also die Lehre von dert on- actwirkung aus dem Felde gescklagen. Der Stic]kstoff nicht durch Contact. Nach meinen Yemuchen hedarf au 1 >fe°Ub*r Hefepilz keines Stickstoffs in der Flusstgkert, jedoch gel t dmGhduun0 bei Anwesenheit von Stickstoffverbmdungen wet test t Bei Abwesenheit derselhen kann der Pilz den Stickstoff nur teL.ft.to anderen Organismen entziehen, so z. 1). ein l'tlz dem anderen ode, Pto den Yibrionen, wobei natiirlicb die Greuze der Vegetation eine sejun ^ Die bei der geistigen Gahrung entstehenden lioiu](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21902781_0028.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)