Die experimentelle Chemotherapie der Spirillosen (Syphilis, R ückfallfieber, Hühnerspirillose, Frambösie) / von Paul Ehrlich und S. Hata; mit beiträgen von H.J. Nichols, J. Iversen, Bitter, und Dreyer, mit 27 Textfiguren und 5 Tafeln.
- Paul Ehrlich
- Date:
- 1910
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Credit: Die experimentelle Chemotherapie der Spirillosen (Syphilis, R ückfallfieber, Hühnerspirillose, Frambösie) / von Paul Ehrlich und S. Hata; mit beiträgen von H.J. Nichols, J. Iversen, Bitter, und Dreyer, mit 27 Textfiguren und 5 Tafeln. Source: Wellcome Collection.
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![annehmen, daß schon zu di<~<r Z<-il \i<l<n Farhmärinfrn dif-<- Parallele aufgefallen ist. Weiterhin kommt besonders in ISetrneht. daß die Ar -<iiik;tli*-n zumal in der Form der arsenigen Säure, späterhin das kak saure Natron und gewisse Salze, sowie sein«- Verbindung mit Quecksilber schon eine gewisse Bedeutung als Syphilismitte] •_•- wonnen hatten. Es wir daher das nächstliegende auch d..- mo- dernste Arsenikale, das Atoxyl, bei diesen Krankheitsgrnppen zu erproben. Dementsprechend haben auch verschiedene Autoren, die wie Lassar, Salmon, Spielmeyer im Jahre 1907Syphilis reep. Paralysebehandlung mit Atoxyl durchgeführt hatten, ausdrücklieh angegeben, daß die nahen Beziehungen zwischen Trypanosomen- und Spirochätenerkrankungen einerseits, die Erfahrungen mit dem Atoxyl bei Schlafkrankheit andererseits für sie leitend gewesen seien. Daß ich selbst von Anfang an den Plan hatte, die zunächst an Trypanosomeninfektionen gewonnenen Erfahrungen auf die Spirillosen und insbesondere auf die Syphilis auszudehnen, kann ich nach alledem nicht als besonderes Verdienst betrachten. Nur darf ich wohl glauben, daß ich trotz der sich allgemein ergebenden Perspektive auch in der biologischen Therapie der Syphilis auf ureigenstem Boden stehe. Wenn ich ein Gleichnis heranziehen darf, so waren die Schienen- stränge, welche den mit reduzierten Arsenkörpern besetzten chemotherapeutischen Zug leiteten, für mich von vornherein ge- baut, und der ins Rollen gelangte Wagen konnte die Station der Spirillosen nicht mehr verfehlen. In dieser Beziehung wird es wohl genügen, wenn ich darauf hinweise, daß ich schon im Jahre 1906, und zwar am 28. September, bei den Vereinigten Chemischen Werken Charlottenburg die Her- stellung des atoxylsauren Quecksilbers in Anregung gebracht habe. Daß ich mit diesem meinen Vorschlage nur auf Syphilis zielen konnte und zielen wollte, ist ganz selbst verständlich. Hervorheben möchte ich hierbei, daß die Möglichkeit, dieses Präparat zu er- zeugen, doch ausschließlich auf dem von mir gefundenen Säure- charakter des Atoxyls beruhte1). *) Hier wollte ich nicht versäumen anzufügen, daß ich im Jahre 190(3 Professor Lassar gebeten hatte, Syphilis mit Arsacetin zu behandeln, und daß nur besondere Umstände, an denen ich selbst keine Schuld trug, die Ausfüh- rung der Versuche verhinderten.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2102585x_0153.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)