Die experimentelle Chemotherapie der Spirillosen (Syphilis, R ückfallfieber, Hühnerspirillose, Frambösie) / von Paul Ehrlich und S. Hata; mit beiträgen von H.J. Nichols, J. Iversen, Bitter, und Dreyer, mit 27 Textfiguren und 5 Tafeln.
- Ehrlich, Paul, 1854-1915.
- Date:
- 1910
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die experimentelle Chemotherapie der Spirillosen (Syphilis, R ückfallfieber, Hühnerspirillose, Frambösie) / von Paul Ehrlich und S. Hata; mit beiträgen von H.J. Nichols, J. Iversen, Bitter, und Dreyer, mit 27 Textfiguren und 5 Tafeln. Source: Wellcome Collection.
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![Bcheinungen aufwiesen. Entsprechende Beobachtungen od hohrovits - PreßhuiTf und an 22 Fällen vod Elan bische k iri Czernowitz bestätig! worden. I>;> die Milch oaeli den Ang der Autoren kein Arsen etil halten haben soll oder höchste] therapeutisch nicht in Betracht kommenden Spuren, 90 wird man annehmen müssen, daß die beobachtete Heilwirkring ausschließ- lich auf Antitoxine zurückzuführen ist. K> handeil sieb also tun eine Säugungsimmunität, deren Theorie ich schon früher bei R icin und Abrin entwickelt habe1). Einen stringenten Beweis hat diese Anschauung erfahren durch briefliche Mitteilungen, die gleichzeitig von verschiedenen Seiten (Plaut - Hamburg, Marinescu - Bukarest, Meirowsky - Köln, Scholz - Königsberg) an mich gelangt sind, denen zufolge die Injektion von Blutserum frisch geheilter, mit ,,606 behandelter Fälle bei Erwachsenen und Kindern eine deutliche Beeinflussung syphilitischer Affektionen im Gefolge gehabt hat. Der Nachweis derartiger Antikörper ist ja schon längst, besonders von A. Neisser, verfolgt worden, und wenn sich hier nun ein sicherer Beweis für das Vorhandensein von Antikörpern ergeben hat, so rührt dies davon her, daß die Spirochäten en bloc abgetötet worden sind und dadurch der Ictus immunisatorius, auf den ich immer einen großen Wert gelegt habe, ausgelöst worden ist. Weiterhin möchte ich eine gewisse, allerdings anderweitige Spezifität darin sehen, daß das Präparat auf gewisse Krankheits- prozesse eine schmerzstillende Wirkung ausübt. E. W. Frank- Berlin berichtete über einen Fall von Gumma der Tonsille, der 1) Ich glaube, daß es notwendig sein dürfte, bei diesen Säuglingen, wenn die schweren Erscheinungen zurückgegangen sind, sofort eine Injektion mit relativ großen Dosen von 606 (0,01—0,015 pro kg) anzuschließen, um den durch das Serum nicht abgetöteten Spirochätenrest zur vollständigen Abtütung zu bringen, bevor ein Rezidiv auftritt. — Dieser Modus procedendi bei Lues neonatorum scheint die beste Behandlungsweise zu sein. Denn es ist nicht zu verkennen, daß die Resultate bei dieser schweren Erkrankung bei Injektion mit ,.606 nicht sein- günstig sind. Allerdings schwinden unter ihrem Einfluß die klinischen Erscheinungen sehr rasch; es tritt aber anscheinend nach 8—10 Tagen bei der enormen Menge der im kind- lichen Organismus vorhandenen Spirochäten eine solche Überschwemmung mit Endotoxinen ein, daß die Kinder an dieser Vergiftung zugrunde gehen. Beim Er- wachsenen sind die Spirochäten verhältnismäßig lange nicht in so großer Menge vorhanden; eine solche Gefahr ist daher kaum vorhanden, zumal man auch mit einer größeren Widerstandsfähigkeit des erwachsenen Organismus rechnen kann.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2102585x_0171.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)