Die experimentelle Chemotherapie der Spirillosen (Syphilis, R ückfallfieber, Hühnerspirillose, Frambösie) / von Paul Ehrlich und S. Hata; mit beiträgen von H.J. Nichols, J. Iversen, Bitter, und Dreyer, mit 27 Textfiguren und 5 Tafeln.
- Ehrlich, Paul, 1854-1915.
- Date:
- 1910
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die experimentelle Chemotherapie der Spirillosen (Syphilis, R ückfallfieber, Hühnerspirillose, Frambösie) / von Paul Ehrlich und S. Hata; mit beiträgen von H.J. Nichols, J. Iversen, Bitter, und Dreyer, mit 27 Textfiguren und 5 Tafeln. Source: Wellcome Collection.
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![Das Dioxydiamidoarsenobenzol (dae ich der Küi/.< halber mit Nr. 592 bezeichnen möchte) stellt ein hellgelbe* Pulver dar dai vregen seiner Leichten Oxydierbarkeil nur in Vakuumröhrchen aufbewahrt wird. Ks lösl sich nicht in \\ ondern nur in um Natronlauge alkalisch gemachten] Wasser. Das salzsaure Balz meser Verbindung aber (das ich Nr. 606 nenne) lösl rieb in W zwar langsam, aber endlich ganz klar auf. Diese Lösung reagiert natürlich sauer und wird im Tierkörper nur sehr schwer resorbiert, so daß man sie im Heilversueh in dieser Form nicht anwenden kann. Mit Natronlauge neutralisiert, bildet sieh zuersl dae Monochlor- salz und dann neutrales Salz, das sofort ausfällt. Erst bei weil Zusatz von Alkali löst es sich wieder ganz klar; hier hat sich also wieder Alkalisalz gebildet. Die Lösung reagiert ziemlich starb alkalisch. Ob man das Präparat 592 in Natronlauge löst oder das salzsaure Salz (606) mit Natron alkalisiert, ergibt ein gleiches Resultat; bei beiden bildet sich nämlich das Natriumsalz von Dioxydiamidoarsenobenzol As - —As nhJJ Hnh2 ONa ONa Tatsächlich sind beide Lösungen in ihrer Toxizität und Wirksam- keit, wie wiederholte Untersuchungen ergeben haben, ganz gleich. Trotzdem ziehen wir doch das saure Salz 606 dem 592 für die Heilversuche vor, weil der bei der Neutralisierung frisch aus- gefallene Niederschlag sich mit weniger Alkali leichter auflöst als das trockene 592, so daß die Endlösung weniger stark alkalisch ist. Wieviel Natronlauge zur Auflösung von 606 nötig ist, läßt sich aus folgender Titrierung ersehen: lg Substanz gelöst mit 10 com Methylalkohol und 90 cem Wasser titriert mit Normalnatron- lauge. Bei 2,2 cem tritt bleibende Trübung ein; bei 5.4 cem ist der Niederschlag eben gerade wieder aufgelöst. Daher erfolgt die Lösung der Substanz 606 am besten in folgender Weise: 0,2g Substanz werden abgewogen und in ein steriles Reagensglas gebracht. Man setzt zuerst etwa 0,5 cem Methylalkohol und dann 5 cem Wasser hinzu und zerrührt mit einem Glasstäbchen. Ist die Lösung größtenteils erfolgt, so gießt OD O v man den gelösten Teil in einen Meßzylinder ab. fügt zum Rest wieder etwas Wasser und 0,4 cem Normalnatronlauge hinzu und](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2102585x_0033.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)