Die hippokratische schrift von der siebenzahl und ihr verhältnis zum altpythagoreismus : ein beitrag zur geschichte der ältesten philosophie und geographie / [Wilhelm Heinrich Roscher].
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1919
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Credit: Die hippokratische schrift von der siebenzahl und ihr verhältnis zum altpythagoreismus : ein beitrag zur geschichte der ältesten philosophie und geographie / [Wilhelm Heinrich Roscher]. Source: Wellcome Collection.
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![ovrco ds v.a.1 to Aiyalov nöXayog rov ®sqiicclov v.ai rfjg Kcctä ©srraXiav xcd Mausdoviav Q'ccläößrig anav a£,iov6ivr'Elhqg Ttövrov ttqo6- ayoQsvsiv delv, uczQrvQcc v.al 'Oi-LrjQov yiaXovvrsg (vgl. II. I 360 u. B 846). Zum Verständnis des von Strabo angeführten Pindarfragmentes bemerke ich, daß damit offenbar auf die II. & 254 ff. angedeutete Herakleslegende angespielt wird, wo Hypnos der Hera vorwirft: 6v de oi v.av.a [ir]6ao d'v^irp || optfatf’ agyaXecov ävö^itov irtl Ttövxov ar\rag, || xcu luv Icneixoi Köwvd’ iv vaio[iövr\v uTiövsiKccg || vööcpt. Nach Pherekydes b. Schol. a. a. 0. ist hier unter itövtog das Aiyalov nöXayog zu verstehen, das also von Pindar a. a. 0. r'EXXag Ttövrog genannt wird. Aus Pindar lernen wir ferner, daß das von Hera veranlaßte Mißgeschick des Hera¬ kles darin bestand, daß sie ihn, der nach glücklicher Durchquerung des r/EXXag Ttövrog, d. i. des Ägäischen Meeres, nahe daran war, an der heimischen Küste zu landen, plötzlich durch einen widrigen Weststurm bis nach Kos zuriickwarf (^TtaXivdQÖ[Lr\6sv). Ob freilich die beiden von Strabo aus Homer angeführten Zeug¬ nisse genügen, die von ihm angenommene weite geographische Aus¬ dehnung des Hellesponts (= Aiyalov TtöXayog) zu rechtfertigen, mag einigermaßen zweifelhaft sein. Mir scheinen vielmehr solche Epitheta wie ansLQcov (II. Sl 545) und TtXarvg (II. H 86. P 432. Od. co 82), die nur mit Gewalt auf den schmalen Sund bezogen werden können, darauf hinzuweisen, daß auch schon Homer den Begriff 'EXXrjöTtovrog (vEXXrjg Ttövrog?) im weiteren Sinne gebraucht hat. Aber den Hauptbeweis dafür, daß tatsächlich die weiteste Be¬ deutung des Namens r,EXXrjg Ttövrog oder 'EXhq6Ttovrog zugleich die älteste ist, erblicke ich in der Bedeutung des zweiten Bestandteils des Namens, insofern Ttövrog im Gegensatz zu crropffgo? und Ttögog immer nur vom offenen Meere, niemals von einer Meerenge oder einem Sunde, gebraucht wird. Diese älteste Bedeutung liegt höchstwahrscheinlich auch dem von unserem altmilesischen Hebdomadiker in Kap. XI ausgesprochenen Ver¬ gleiche des Hellesponts mit den crura (öxeXti, utiqol) eines Menschen zugrunde. Denn es würde ja weder der Größe noch der Wichtigkeit dieses Körperteiles entsprechen, wenn a. a. 0. nur der verhältnismäßig kleine und schmale Sund darunter verstanden werden sollte, zumal da es dem Kosmologen darauf ankommen mußte, im Hinblick auf die Schiffahrtsinteressen der alten Milesier möglichst alle größeren von ihnen befahrenen Meere bei seinem Vergleiche zu heriicksichtigen. So tritt denn nunmehr neben das Ägyptische Meer (= Oberleib), den AiyaLco, Samaral avs{ioi ixßaXXovai ig rö Alyvitnov TteXayog. Nach diesem Zeugnis (ägyptischer Priester) grenzt also das Ägäische Meer (='’,EXXrjg Ttövrog im älteren Sinne!) unmittelbar an das Ägyptische.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29979109_0111.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)