Die hippokratische schrift von der siebenzahl und ihr verhältnis zum altpythagoreismus : ein beitrag zur geschichte der ältesten philosophie und geographie / [Wilhelm Heinrich Roscher].
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1919
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Credit: Die hippokratische schrift von der siebenzahl und ihr verhältnis zum altpythagoreismus : ein beitrag zur geschichte der ältesten philosophie und geographie / [Wilhelm Heinrich Roscher]. Source: Wellcome Collection.
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![Pontus Euxinus (— Unterleib), die Maiotis (= longabo) und die beiden Bospori (== Füße) auch das bisher vermißte!123a) Ägäische Meer samt Hellespont und Propontis (= Schenkel) als gleichwertiger Teil der als vollständiger Menschenkörper aufgefaßten ägyptisch-milesischen Welt¬ karte, und wir gewinnen so ein neues willkommenes Argument für die hohe Altertümlichkeit der Schrift von der Siebenzahl. Anhang IY (Nachtrag zu S. 17 Anm. 31). Nachträglich habe ich gefunden, daß sich die Annahme einer altpythagoreischen Weltkarte doch noch mit ganz anderen Argumenten bestätigen läßt als durch den Hinweis auf die wahrscheinlich aus Yarro stammenden Sätze bei Martianus Capella VI, 602 ff. u. 609, wo von den auf den 'doctissimus Pythagoras’ zurückgeführten 'quinque zonae sive fasceae’ des 'orbis terrae’ die Rede ist.12S) Auf dieselbe griechische Urquelle, die (pvöLytav 8o£ca des Theophrast, gehen übrigens zurück die Worte Plutarchs de plac. philos. 3, 14 (= Diels, Doxogr. 378 u. 633): IIvd'ccyOQCcs tr]V yfjv uvccloyag tfj tov itccvrog ovquvov ocpalgu 8ir)- QfjGO'cu sig nsvts £d)vccg, ccQKtiKrjv, d'EQivrjv, %£iiisQivrjv, ißrj^EQtvrjv, avt- (XQXTIKljv • G)V 7] \IZ67] TO g8Ö0V tfjg yfjg OQl^Si, 7CUQ’ CCVT0 T0VT0 8lCi- KExccviievr] kccIoviievt]' t) 8b oiKr\TrjQi6v iativ, 97 usorj rfjg ftsQivfjg %ca %siii8QLvfig, sv-KQccTog tig ovGcc (vgl. Berger a. a. 0. S. 38 u. 207). Ich gehe aus von den schönen, höchstwahrscheinlich dem Epitaph des Archytas entnommenen Eingangsworten der berühmten Horazischen Ode (1, 28): Te, maris et terrae numeroque carentis arenae Mensorem cohibent, Archyta, Pulveris exigui prope litus parva Matinum Munera .... Richtig erklärt schon der alte Scholiast den Ausdruck 'mensorem’ mit 'geometram’ und verweist zum Verständnis von 'arenae’ auf Verg. Geo. II, 105t'.: 'quem [numerum] qui scire velit Libyci velit aequoris idem || Dicere quam multae Zephyro turbentur arenae’; denn es ist ja nicht zweifelhaft, daß es sich für Archytas um das Problem der am Erdglobus oder an der davon abgeleiteten Erdkarte (tuW£) 124) zu 123a) Vgl. Boll, Lebensalter S. 50 u. ob. Anm. 122. 123) Nach Slrab. II, 94 gab Poseidonios als Urheber der Einteilung der Erde in 5 Zonen den Parmenides an, der aber in diesem Falle wohl sicher von Pythagoras abhängig war (Zeller 5 1,478 h Berger, Gesch. d. Erdk. d. Gr. 2 S. 69 u. 207 A. 1). 124) Vgl. über die auf Grund eines Erdglobus anzufertigende Erdkarte Strab. II, 116: s. auch ebenda II, 109fr., wo ebenfalls von den 5 Himmels- und Erdzonen die Rede ist.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29979109_0112.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)