Die hippokratische schrift von der siebenzahl und ihr verhältnis zum altpythagoreismus : ein beitrag zur geschichte der ältesten philosophie und geographie / [Wilhelm Heinrich Roscher].
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1919
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Credit: Die hippokratische schrift von der siebenzahl und ihr verhältnis zum altpythagoreismus : ein beitrag zur geschichte der ältesten philosophie und geographie / [Wilhelm Heinrich Roscher]. Source: Wellcome Collection.
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![(de plac. philos. 4, 5, 10) Pythagoras lehrte: r0 \isv gcoxntov tcsql xrjv xccgdicc v, xo ö'h loyiuov yicd vobqov tibql trjv xs cp alrjv, nimmt der Hebdomadiker den Sitz der ripv%r\ (= Lebenskraft und Vernunft) weder im Herzen noch im Gehirn, sondern vielmehr im Zwerchfell (cpQBvsg) an und steht also noch völlig auf dem Standpunkte Homers (vgl. Roscher, Üb. Alter usw. S. 14 ff.). Zu S. 9 ff. Zur Lohre der Koqt] xotfgov vom Makro — Mikrokosmos vgl. auch Kroll, D. Lehren des Hermes Trismegistos, Münster 1914, S. 159 f. u. Anm. 3, wo noch weitere Literaturangaben zu finden sind, aber die Schrift n. sßd. übersehen ist. Nach Eisler, Weltenmantel u. Himmelszelt, S. 503 A. 2 (vgl. Flinders-Petrie, Personal religion in Egypt, Lond. 1909, S. 40 ff.) gehört die Köqt] xog^lov dem 6. Jahrh. v. Chr. an, als Ägypten unter persischer Verwaltung stand (vgl. Eisler a. a. 0. S. 736 A. 4 u. Kroll a a. 0. S. 159 A. 3). Zu S. 11 A. 22 f. Vgl. auch Kroll a a. 0. S. 167 u. die daselbst angeführte Literatur. Zu S. 94 a. E. füge hinzu: 17. Die Annahme von Diels, daß die (gesamte) Schrift 7t. sßd. zwischen 450 u. 350 v. Chr. (in Ionien) entstanden sei, scheitert schon an dem Umstande, daß die hebdomadische Kosmologie (Kap. 1 —11) offenbar von einem ganz anderen Verfasser herrührt als die Pathologie (Kap. 12—53); s. ob. S. 91 unter 5. Da also an der Nichtidentität des Kosmologen und des Pathologen nicht zu zweifeln ist, so müssen beide nach Diels der Zeit zwischen 450 u. 350 angehören. Das zwingt aber weiter zu der wenig glaublichen Annahme, daß in jener Zeit zwei „kindische, törichte“ Schriftsteller existiert haben, von denen der eine die in jeder Hinsicht archaisierende und darum fast lauter „kindische“ Theorien verarbeitende Kosmologie geschaffen habe, während der an¬ dere, der Pathologe, so töricht war, die „kindische“ Kosmologie seines Zeitgenossen [!] mit seiner sonst ganz vernünftigen Pathologie zu¬ sammenzuschweißen. Wieviel einfacher und wahrscheinlicher ist es doch, in diesem Falle bloß eine einmalige fTorheit’ anzunehmen und mit mir zu glauben, daß der (vielleicht auch schon um 500 lebende) knidische Patholog, weil er kein Philosoph war, aber doch als solcher erscheinen wollte, wie er ja am Schlüsse selbst offen zugibt, die etwas veraltete Kosmologie eines älteren ionischen Landmannes benutzt hat, um seiner Pathologie ein philosophisches Mäntelchen umzuhängen. 18. Nach Herodot 8, 132 hielten die Bemannungen der vor Aigina versammelten griechischen Flotte, darunter viele Athener und Korin¬ ther, um 480 vor Chr. die Entfernung Aiginas von Samos für ebenso groß wie die von den Säulen des Herakles. Dies setzt natürlich eine große Unwissenheit in geographischer Beziehung voraus, doch geht daraus hervor, daß selbst die ungebildeten Hellenen des Mutter-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29979109_0114.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)