Die hippokratische schrift von der siebenzahl und ihr verhältnis zum altpythagoreismus : ein beitrag zur geschichte der ältesten philosophie und geographie / [Wilhelm Heinrich Roscher].
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1919
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Credit: Die hippokratische schrift von der siebenzahl und ihr verhältnis zum altpythagoreismus : ein beitrag zur geschichte der ältesten philosophie und geographie / [Wilhelm Heinrich Roscher]. Source: Wellcome Collection.
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![gehört ferner die für die Entwickelung der in der altpytha¬ goreischen Lehre eine gewisse Rolle spielenden Bohne an¬ genommene Frist von 90 Tagen (Porphyr, v. Pyth. 44), so¬ wie die 729 [= 98] betragende Zahl der Monate im Großen Jahr des Philolaos (Censorin. 18, 8). Es ist demnach auch sehr wahrscheinlich, daß die Zahl 729, die Platon im Staat p. 587 D—E nicht weniger als zweimal verwertet, ebenso wie andere enneadische Zahlen (die 9, 27, 81, 243) in der pytha¬ goreischen Lehre von den Abständen der 10 Weltkörper, ganz direkt aus altpythagoreischen Anschauungen stammt (Ennead. Stud. S. 54 A. 91 u. S. 88£). g) Die Zehnzahl. Daß die Zehn in der Lehre der Altpythagoreer für die bedeutungsvollste und maßgebendste aller Zahlen gegolten hat, geht schon aus ihrer bereits besprochenen Gleichsetzung mit der TSTQCixtvg und ihrer Verwertung als p£yL<5tog opxog, evrelrjg aQL&pog und vyisiug dpxv (Philolaos b. Luc. de lapsu in sal. 5 = Diels, Vorsokr. I S. 235, 5) deutlich hervor (s. ob. S. 46). Damit stimmt trefflich überein die aus einer Schrift des Speusippos TTfpl Uvd'ayoQixav dgLftpcbv (Theol. ar. p. 61 Ast = Diels, Vorsokr. I, 235, 21 f.; die ganze eine Hälfte des Buches handelt von der Zehnzahl) stammende Charakteristik der Zehnzahl, in der sie (pvoixcotccrrj xccl rslsö- xixorarrj xcov ovrcov sowie vjtc/^^ovöa xai tcccqcc- ösiyiia jtuvTsleöxaxov rep xov Jtavtbg ‘Jioirixfi fffcö TtQosxxsi- \i£vr\ genannt wird. Bei dieser außerordentlichen Bedeutung der Dekade liegt es auch nahe, den von Io. Lydus (de mens, II, 10) dem Orpheus87), von anderen zuverlässigeren Zeugen 87) Die Zuweisung des Verses seitens des Lydus an Orpheus kann richtig sein, da wir aus Lyd. de mens. 1, 15 wissen, daß die Orphiker die Dekas >dadov%og nannten, rjg wßsl ulädoi, xivsg navxsg ccQid'yioi (pvovtccL (Lobeck, Agl. p. 716). Vgl. auch Syrian. in Aristot. Met. p. 915b (= Orphica frgm. 150 Abel) und bei Lobeck, Agl. p. 720. Wahrscheinlich ist also bei Lydus de mens. 2, 10 (Abel, Orphica fr. 147) statt slgadog [= g'] vielmehr dziiudog [1] zu schreiben oder wenigstens anzunehmen, daß so in der Quelle des Lydus zu lesen war.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29979109_0062.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)