Die hippokratische schrift von der siebenzahl und ihr verhältnis zum altpythagoreismus : ein beitrag zur geschichte der ältesten philosophie und geographie / [Wilhelm Heinrich Roscher].
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1919
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Credit: Die hippokratische schrift von der siebenzahl und ihr verhältnis zum altpythagoreismus : ein beitrag zur geschichte der ältesten philosophie und geographie / [Wilhelm Heinrich Roscher]. Source: Wellcome Collection.
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![Bestätigung dieser Annahme bietet uns der aus einem Grabe bei Tburioi stammende orpbische Demeterhymnus, worin der Persephone Rückkehr zur Mutter verheißen wird, wenn sie ein siebentägiges Pasten auszuhalten imstande sei. Ferner lautet ein von Io. Lydus (de dieb. 2, 11) angeführter orphi- scher Vers (Abel, Orphica fr. 148): 'Eßdöiirj, fjv iffCXrjösv äva^ SxusQyog ’^rtöllcov. Bei den überaus nahen Beziehungen der Orphiker zu Delphi und dem dortigen Apollonkult dürfen wir wohl unbedenk¬ lich annehmen, daß sie wie die siebentägige Frist bei Fasten so auch die apollinischen Festtage am 7. jedes Monats ge¬ wissenhaft beobachtet haben. Aber auch der delphische Dionysoskult und Mythus hat deutlichen Einfluß auf die orpbische Lehre ausgeübt*, man denke an die orphischen Legenden von den 7 männlichen und 7 weiblichen Titanen, die den jugendlichen Dionysos-Zagreus in 7 Stücke zerreißen und diese dann auf 7 Bratspieße aufspießen, um sie zu braten und zu verzehren (Lobeckt, Agl. 557). Auch schrieben sie dem Dionysosknäblein STtra jicudccQuodr] ocd'VQ^iatcc zu, mit denen es gespielt haben sollte (Lobeck, Agl. 555f.). Im vollkommenen Einklang damit stehen nun die viel zahlreicheren Hebdomaden, die wir in der Lehre und der Lebens¬ praxis der Pythagoreer antreffen und die meist auf uralten religiösen Kultgebräuchen oder auf ebenfalls sehr alten Volks¬ anschauungen beruhen. Auch hier beginnen wir wieder mit einer Übersicht über die hebdomadischen Fristen, die in der Lehre und Praxis der Pythagoreer Vorkommen. Auf eine apollinische Feier am Siebenten jedes Monats beziehe ich unbedenklich die von Timaios (s. fr. 82 M.) bei Athenaios 522° überlieferte Nachricht von dem Aufenthalt des Demokedes, des bekannten Pythagoreers und Leibarztes des Darius I Hystaspis, in Kroton: nsQOixrjv ov öroXrjv siebentägige Fristen üblich waren. Vgl. Aristot. hist. an. 8, 6, 3: Ol 8 h ©guytsg mcdvovöi [die Schweine] xfj fihv ngmir) tuslv 8b86vxsg, slxct 8iuXsb7tovxsg rj^sgav {JbLui> xo xtgcoxov, \isxu 8h xuvxa 8vo, situ xgslg y,ul xexxagag [ih^gb xmv £7txu.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29979109_0065.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)