Die hippokratische schrift von der siebenzahl und ihr verhältnis zum altpythagoreismus : ein beitrag zur geschichte der ältesten philosophie und geographie / [Wilhelm Heinrich Roscher].
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1919
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Credit: Die hippokratische schrift von der siebenzahl und ihr verhältnis zum altpythagoreismus : ein beitrag zur geschichte der ältesten philosophie und geographie / [Wilhelm Heinrich Roscher]. Source: Wellcome Collection.
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![Gjv xd Ttdvra övvsöxdvcu. 'Damit haben wir wiederum die Pythagoreer [deren kosmologische Auffassungen bekanutlich Parmenides vielfach geteilt hat] als für den Hebdomadiker richtunggebend festgestellt’[??]: so lautet der von Pfeiffer aus obigen durchaus unsichern Prämissen gezogene Schluß, dem kein Unbefangener ohne weiteres beipflichten dürfte. Wenn Pfeiffer ferner aus den auf das Wesen der W7inde bezüglichen etwas unklaren lateinischen Ausdrücken 'motus vegetans’ und 'flatus virtutes’ unbedenklich den Schluß zieht, daß hier offenbar vom Atmen der Welt, wie es die älteren Pythagoreer gelehrt haben sollen, die Rede sei und daß daher der Heptadist auch diese Vorstellung dem Pytha- goreismus entlehnt habe, so ist es mir vielmehr schon im Hinblick auf die hocharchaische vom Standpunkt des Pytha¬ goras aus ganz unverständliche Weltkarte, ferner auf seine Unbekanntschaft mit der Sphärenharmonie, dem Heptachord und den 7 Planeten unendlich wahrscheinlicher, daß hier vielmehr Abhängigkeit der Pythagoreer von unserem Hepta- disten oder von einem anderen Physiker vorliegen würde, wenn wirklich hier die Vorstellung vom Atmen des Makro¬ kosmos vorliegen sollte. Aber auch dies ist einstweilen nur eine unsichere Vermutung. Auch die Ausdrücke ’OhvyiTCog (genauer 'OlvyLiuog xöönog in Kap. II) für den äußersten feststehenden Umkreis der Welt und die dvxavyia äöxQcov (I § 2) sollen sich nach Pfeiffer nur aus der Abhängigkeit vom Pythagoreismus erklären. Das könnte aber nur dann mit einiger Wahrschein¬ lichkeit behauptet werden, wenn einerseits der Begriff des OXviutog erst von Pythagoras und seiner Schule (nicht schon von Homer, Hesiod usw.) ausgegangen, anderseits die Er¬ findung des Spiegels oder die Entdeckung und erste Be¬ obachtung einer Widerspiegelung (avxavysia, ocvdxlaöig) erst den Pythagoreern verdankt würde, was nachzuweisen doch so gut wie undenkbar erscheint. Der Versuch Pfeiffers, den Hebdomadiker als von Pythagoras und seiner älteren Schule stark beinflußt hinzu-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29979109_0095.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)