Ephialtes : eine pathologisch-mythologische Abhandlung über die Alptraume und Alpdämonen des klassischen Altertums / [Wilhelm Heinrich Roscher].
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1900
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Credit: Ephialtes : eine pathologisch-mythologische Abhandlung über die Alptraume und Alpdämonen des klassischen Altertums / [Wilhelm Heinrich Roscher]. Source: Wellcome Collection.
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![den energischsten Anstrengungen seine Dienste. Dieses trägt ebenfalls zur ununterbrochenen Angst bei. . . . Endlich bringen es die extreme Angst und der damit theilweise remittie- rende Schlaf nach vorausgegangenem kläglichen Wimmern unter grossem Kraftaufwand dahin, eine energische Bewegung zu machen, welcher meist sofort das äusserst wohltlmende Gefühl der Errettung und Erleichterung entweder mit Erwachen oder bei fortdauerndem Schlafe folgt.5) . . . Bei nicht unterbrochenem Schlafe und Traume kann man sich oft nur schwer davon über- zeugen, dass die gehabten Visionen keine realen seien.“ — Was die Entstehung des Alpdrucks bei sonst gesunden Menschen betrifft, so gelangte Börner zunächst durch genaue Selbstbeobachtung zu dem Ergebnis (S. 15 ff.), 'dass jedesmal nach einer kräftigen Bewegung die Beschwerde plötzlich verschwand, und daraus folgt, dass ein Respirationshindernis beseitigt wor- den sein muss.’ Weitere Selbstbeobachtung ergab (S. 17), 'dass beim Alpdruck die äusseren Respirationsmündungen, Nase und Mund, mehr oder weniger vollständig verhüllt waren, was ent- weder dadurch bewirkt wurde, dass mir bei Rücken- oder Seiten- lage die Bettdecke ziemlich fest auf dem Gesichte lag, oder noch häufiger dadurch, dass ich die Bauchlage inne hatte, wobei ich mich mit dem Gesichte in die Kopfkissen einbohrte’6) Vollkommen bestätigt wurden diese immer noch der Subjek- 5) Nach anderen Beobachtern tritt das Gefühl der Erlösung vom Alpdruck auch durch einen lauten Schrei ein: Binz, Ueber den Traum. Bonn 1878 S. 26 f. — Macnish, Der Schlaf in allen seinen Gestalten. Leipzig 1835 S. ioif.: 'In dem Augenblick, wo wir den Anfall los werden, scheint es uns, als legten wir uns mit vieler Mühe auf die andere Seite, als würden wir den Druck einer auf uns liegenden Last los. Um ganz munter zu werden, husten wir [s. unt. Anm. 52], schlagen die Brust, richten uns im Bette auf und rufen zwei- oder dreimal. Wenn wir im Stande sind, die Stimm- oder Muskelkraft mit völliger Freiheit zu üben, so hat auch der Anfall ein Ende.’ Vgl. auch Spitta, Die Schlaf- u. Traum- zustände der menschlichen Seele. Tüb. 1882 2. Aufl. S. 238. 6) Macnish, Der Schlaf in allen seinen Gestalten. Aus d. Engl. Leipzig 1835 S. 102 sagt von der Lage des Schlafenden: 'Ich hatte Anfälle von diesem Leiden, wenn ich im Armstuhle sass oder mit dem Kopfe mich auf den Tisch legte. Und in der That sind dies die Körperlagen, welche den Alp am wahr- scheinlichsten veranlassen können, da die Lungen dann mehr als in jeder anderen zusammengedrückt werden. Ich habe aber auch den Alp sehr deutlich gefühlt, wenn ich auf der Seite lag, und weiss viele Fälle dieser Art auch bei Andern.’ Dagegen behauptet Börner a. a. 0. S. 8 (vgl. S. Q u. 2g), dass nach seinen Beobachtungen die Bauchlage beim Alpdruck die häufigste sei.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2487677x_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


