Ephialtes : eine pathologisch-mythologische Abhandlung über die Alptraume und Alpdämonen des klassischen Altertums / [Wilhelm Heinrich Roscher].
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1900
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Credit: Ephialtes : eine pathologisch-mythologische Abhandlung über die Alptraume und Alpdämonen des klassischen Altertums / [Wilhelm Heinrich Roscher]. Source: Wellcome Collection.
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![d. h. bösartige Dämonen (,jtovrjQol öai^ioveg), in den Bohnen wohnen sollten66), welche Anschauung sofort verständlich wird, wenn man bedenkt, dass in schlimmen Träumen, im Alpdruck, in Krankheiten aller Art die bösartigen Dämonen persönlich wirkend und die Schlafenden oder Kranken durch ihr Erscheinen ängstigend und quälend gedacht wurden (s. unten), daher man sie auch in ge- wissen schädlichen Speisen wohnend und durch deren Genuss in die Leiber der Menschen übergehend wähnte.67) Demselben höchst wahrscheinlich uralten Yolksaberglauben begegnen wir auch bei Porpliyrios, der in seiner Schrift de philos. ex orac. haur. p. 149 Wolff (= Euseb. pr. ev. 4,23,3) von den xovrjQoi dai\iovEg, die mit den Speisen in die Körper der Menschen eindringen und in diesen allerlei Unheil anrichten, insbesondere aber Blähungen (<pvGca) bewirken, Folgendes bemerkt: Kai xa Ga^iaxa xoivvv iiegxu ccjto ['?] xovxav. Kai yuq [läXiGxa Talg Jtoialg xqocpaig yaiQOvGi. 2Jixov- [iEViov yuq Tjficbv JtqoGiaGi xa'i flqoGi^ävovGi xn Gronau, xal öia xovxo aC ayvEiai, ov diu xovg ihovg jiqot/yovqEvog, äXX’ tv ovxot iatoGxCßGi. MdXiGxa de at'qaxi ycdqovGi xa'i xaig äxud'uqGiuig, xa'i aJtoXavovGi xovxcov, eiGovvovreg ) roig yqa^ievoig. OXcog yuq 7] EJtixaGig xfjg JtQog x 1 ErtixXvqiag xal tj xov rtvEvqaxog xfjg öqefceag oq^iij ciXXa- yo&Ev ov GcpoöqvvExai 7) ex xfjg xovxcov JtaqovGi'ag. OV xal Eig aGfjqovg cpd'oyyovg xa'i (pvGug69) ävayxa^ovGi xovg avd’qooJtovg 66) Plin. h. n. 18, 118 fabacia (fabata) . . . bebetare sensus existimata, in- somnia quoque <(dira? turbulenta? horrenda ?)> facere [insomnium bedeutet sonst immer den Traum, nie die 'Schlaflosigkeit’]. Ob haec Pythagoricae sententiae damnata, ut alii tradidere, quoniam mortuorum animae sint in ea. Qua de causa parentando utique adsumitur. Vgl. dazu Crusius Rb. Mus. 39, 164 ff. u. den in der vorigen Anm. citierten orphiscli-pythagoreischen Yers. Hinsichtlich der Pflanzengestalt der Dämonen und Totengeister verweise ich auf Oldenberg, Rel. d. Yeda 266, 3. 564, 1. Mannhardt, Wald- u. Feldkulte 21 f. Tylor, Anfänge d. Cultur 2, xof. 67) Zu diesen in Pflanzen wohnenden Dämonen gehört vor allem Dionysos, der Gott des mit narkotischer Kraft begabten Weines, Epheus (Dioskor. 2, 210. Plin. n. h. 24, 75) und vielleicht auch des Hanfs (vgl. Rohde, Psyche“ 2, 17, 1). Er wurde geradezu mit dem Eplieu und Weinstock identificiert (vgl. Lex. d. Mythol. I 1060), er ging durch den Genuss der Früchte dieser Pflanzen in den Menschen über und beseelte u. begeisterte ihn (ei/ffonüinöpög, Besessenheit); vgl. Rohde , Psyche II S. 14 ff. Aehnlich verhält es sich wohl mit dem indischen Soma: Oldenberg, Rel. d. Veda 175 ff. 68) Vgl. Porphyr, ep. ad Marc. 11 (p. 200 Nauck): oüd’ uv uXkog xuxoöal(i(ov üv&Qontog | c'cv yivoiro) /) 6 novrjqcbv öcafiovcov ivdialrrjficc xrjv tl)vyrjv xaxußKEVciöag. 69) Bei dieser Gelegenheit möge auch einer sehr verdorbenen Stelle im Etym. Gud. p. 224, 43 ff. gedacht werden, die ich so lesen möchte: iipiäkzrjv. x'ov](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2487677x_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


