Ephialtes : eine pathologisch-mythologische Abhandlung über die Alptraume und Alpdämonen des klassischen Altertums / [Wilhelm Heinrich Roscher].
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1900
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Credit: Ephialtes : eine pathologisch-mythologische Abhandlung über die Alptraume und Alpdämonen des klassischen Altertums / [Wilhelm Heinrich Roscher]. Source: Wellcome Collection.
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![iiutiftxsiv (hk xTjg 6vvajtoXccvO£0jg xfjg [ist ccvtgjv yiyvo[i£vr]g.™) Dass Porphyrios bei den durch die jtovrjQol ktäuomg erregten <jvChu wahrscheinlich an die in gewissen schädlichen Speisen wohnenden Dämonen der bösen Träume und des Alpdrucks gedacht hat, scheint auch aus einem Fragmente bei Proklos (in Tim. 142 D) her- vorzugehen, das schon Zeller (Philos. d. Gr.2 III, 2 S. 604 Anm.) auf den uralten Glauben an Incubi bezogen hat (vgl. Psell. de op. däm. p. 17 f. B.). Die aörjuoi (pfroyyoi gehen wohl nicht bloss auf die iovyuccvK und jtoodai, sondern auch auf die unartikulierten Schreie der vom Alpdruck Gepeinigten (s. oben S. 7 Anm. 5 u. S. 10). Was endlich den Vorstellungsinhalt der antiken Alpträume betrifft, so gilt von diesen ungefähr dasselbe wie von den modernen. Auch im klassischen Altertum trug der Alp bald einen furcht- baren bald einen erotischen bald einen aus beiden Eigenschaften zusammengesetzten Charakter und offenbarte sich entweder in tierischer oder menschlicher (männlicher oder weiblicher) oder auch in einer aus Tier und Mensch zusammengesetzten Gestalt. Die verbreitetste Anschauung von seinem inneren Wesen war die, dass er ein böser Dämon, insbesondere ein bösartiger Totengeist sei, der darauf ausgehe, den Menschen im Schlafe zu quälen; doch haben nach antikem Volksglauben bisweilen auch bösartige Menschen, z. B. Zauberinnen, Hexen u. s. w., die Fähigkeit als Alpe aufzu- treten. Endlich kommt hie und da die Vorstellung von einem gütigen und wohlwollenden Alpdämon vor, der dem Menschen sogar nützliche Dienste leistet, indem er ihn gesund macht, ihm die Zukunft offenbart und Schätze verleiht. Das erhellt auf das deutlichste aus folgender kleinen Sammlung von Alpträumen, die übrigens auf absolute Vollständigkeit keinen Anspruch erhebt. 1) In tierischer, und zwar in Bocksgestalt, tritt ein Alp auf in dem rhetorischen Romane des Iamblichos, von dem uns Photios in seiner Bibliothek eine leider nur allzu summarische Skizze erhalten hat. Photios p. 74“ berichtet nur: vmi rqäyov n (fjtcG[iu £qcc Ihvwvidog' rjg ccixtag zai 01 Jtsy't 'Podävrjv rov Xsi- itojvog artccLQovßi, d. h. das Liebespaar Rhodanes und Sinonis, das ivdtü&nov [vgl. Wyttenbach zu Plut. Mor. 44 A = vol. I p. 292 f. ed. Lips.] xcu £x cpvßcöv [cpvGijg? Hss.: cpvße(og\ TtaQEnöjxEvov novov |Hss.: Xoyov\ roig av- &QU>noig x. t. A. Vgl. Anm. 133. 70) Nahe verwandte Anschauungen finden sich auch im Parsismus, im Talmud u. im christl. Mittelalter: Kohut, Jüd. Angelologie u. Dämonologie 1866 S. 59. Graf, Naturgesch. d Teufels, übers, v. Teuscher S. 150.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2487677x_0035.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


