Vorschlag zu einem Normaleinteilungsverfahren der minderwertigen Leben / von S.W. Carruthers.
- Carruthers, Samuel Williams, 1866-
- Date:
- [1906]
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Credit: Vorschlag zu einem Normaleinteilungsverfahren der minderwertigen Leben / von S.W. Carruthers. Source: Wellcome Collection.
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![1. Die relativ geringe Anzahl von rein homologen Leben. Mit Genugtuung bemerkt man, daß minderwertige Leben viel sel- tener Vorkommen als gesunde; dieses Vorkommnis ist jedoch nicht der Hauptfaktor des Problems. Würden die minderwertigen Leben eine einzige Klasse bilden, so würden dieselben reichliches Material liefern, woraus man eine zuverlässige Sterblichkeitstabelle aufstellen könnte; man stößt aber auf Schäden verschiedenster Arten, die sorgfältig in an- nähernd gleichartige Klassen eingeteilt werden müßten, um von dem Aktuar erfolgreich behandelt werden zu können. Der Erfahrung auch einer der größten Versicherungsgesellschaften nach, werden diese einzel- nen Unterklassen nur klein — und deshalb von geringem Werte — sein, um zuverlässige Sterblichkeitstabellen in verhältnismäßig kurzer Zeit ausarbeiten zu können. Dieser Anspruch an Zeit, bei gesunden Leben kaum der Erwähnung wert, hier jedoch beträchtlich, muß in Erwägung gezogen werden; weil, ehe eine genügende Anzahl von Leben derselben Kategorie zusammengebracht werden könnte, die Sterblichkeitserfahrung der zuerst aufgenommenen Fälle, infolge des Fortschrittes der Chirurgie, der Medizin, und der Hygiene ihren Wert für diesen Zweck verloren haben würde. Es bleibt aber noch eine andere Betrachtung; eine Ge- sellschaft allein ist nicht imstande, diese Arbeit zum Nutzen für das ganze Versicherungswesen zu unternehmen, da sie nicht ihre Erfahrung kundgeben könnte, ohne ihren Konkurrenten neben etwaigen Verlusten auch die Erfolge anzugeben, und dieselben sozusagen auf Kosten ihrer eigenen Mühe auf klären würde. Ich bin überzeugt, daß die Versiche- rungsgesellschaften den kommerziellen Wert einer wissenschaftlichen Arbeit jetzt auch nicht minder schätzen als bisher; aber ein rein wissen- schaftliches Bestreben wird niemals eine Gesellschaft veranlassen, sich in dieser Weise bloß zu stellen. 2. Die Konstruktion eines einheitlichen, aus- führbaren Einteilungsverfahrens. Auch diese Aufgabe ist wiederum nur durch gemeinschaft- liche Arbeit zu erledigen; ein Normaleinteilungsverfähren ist deshalb unentbehrlich. Selbstverständlich ist es unmöglich, ja sogar absolut zu vermeiden, eine Versicherungseinheit in der Behandlung der ver- schiedenen Kandidatenklassen anzuwenden, oder eine Erklärung seitens des Arztes über das vergleichende Risiko der verschiedenen Klassen zu machen. Es bedarf nur eines praktischen Vorschlages, wobei die von den einzelnen Angestellten der Gesellschaften zusammengebrachten Tat- sachen ein für allemal in übereinstimmender Weise abgelegt werden können^ Normaleinteüunggverfahren muß mindestens drei Hauptvor- züge besitzen. ß ] Eine Fähigkeit der Einrichtung von Untergruppen; es mu. nämlich die Einschaltung neuer und Verteilung vorhandener Klassen stets und leicht ermöglichen. _ 2. Eine Fähigkeit, mehrere kleine verwandte Gruppen vereinigen zu können, bis genügend Material gesammelt, die Aktuare in den Stand zu setzen dieselben getrennt und erfolgreich behandeln zu lassen. 3 Eine spezielle Fähigkeit das Material so zu bezeichnen, daß es](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22407297_0006.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


