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Credit: Medicin / von Julius Jolly. Source: Wellcome Collection.
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![Stande. Dass em sa{ya im Körper steckt, erkennt man im Allgemeinen an dem Entstehen einer Wunde (r'ra.a) mit dmikelfarbiger Schwellung, Geschwür- bilc ung, Schmerzen öfterem Blutauslluss, die wie eine Blase aufgetrieben ist und weiches Fleisch enthält. Die weiteren Symptome wechseln, je nachdem das Wj/« nur m der Haut, oder in den Muskeln, Adern, Knochen u. s. w. steckt So entsteht durch ein sa/ya in den Gedärmen Flatulenz, Verstopfung und Austritt von Harn, Kot und Speisen aus der Wunde. Ein sa/ya in einem Knochen bewirkt mannigfache Schmerzen und Geschwulst. Wenn die Wunde ausserhch zugeheilt und dadurch der Sitz des ^a/ya unkenntlich geworden ist muss man zum Zweck der Diagnose verschiedene Mittel anwenden. So lasse man wenn das s'afya in den Adern, Gefassen, Kanälen oder Sehnen steckt den Kranken m einem Wagen mit zerbrochenem Rad auf einem holperigen Weg fahren; die Stelle, an der er Jucken oder Schmerz empfindet ist der Sitz des sa/ya. Uberhaupt sitzt ein sa/ya da, wo beim Reiten auf einem Elephanten oder Pferd, beim Steigen oder Klettern, Husten und Niesen und anderen heftigen Bewegungen oder Erschütterungen des Körpers EmpfindUch- keit oder Schmerz auftritt. Manche Fremdkörper, namentlich Bein und weiche Metalle, lösen sich im Körper auf, während dagegen Horn, Zähne, Haare, Eisen, Steine u. dgl. nicht absorbirt werden (Su. i, 26; S. i, 37; A. i, 28). Das Herausziehen eines s'a/ja aus dem Körper durch einen geschickten Arzt vermittelst einer Zange (yan/ra) wird in den Rechtsbüchern mit der Thätigkeit eines Richters verglichen, der aus einem Process den Stachel des Unrechts auszieht (När. I, 3, 16). Su. i, 27, i nennt 15 Verfahrungsarten, um ein sa/ya herauszubekommen, darunter neben der Natur {svabhäva\ d. h. der Wirkung von Thränen, Husten, Niesen u. dgl. auf das sa/ya, ferner Eiterung, Aufschneiden, Drücken, Waschen, Aussaugen u. a., auch den Gebrauch eines Magnets [ayas/iänta], der aber nur bei grossen offenen Wunden Anwendung finden soll. Einen mit der Hand erreichbaren Fremdkörper suche man mit der Hand herauszuziehen, andernfalls wende man das Messer oder die Zange an. Wenn der Patient ohnmächtig wird, benetze man ihn mit kaltem Wasser, auch vermeide man gefährliche Körperstellen und spreche ihm freundhch zu. Das sa/ya kann auch durch Anbinden an den Zaum eines Pferdes heraus- gezogen werden, das man schlägt, bis es den Kopf bewegt; oder das sa/ya wird an einen herabgebogenen starken Baumzweig angebunden. Ein Insekt im Ohr ist durch Füllung des Ohres mit Salzwasser zu beseitigen. Ein nicht herausgezogenes sa/ya verursacht Schwellung, Eiterung, heftige Schmerzen, ja den Tod, daher ziehe man es sorgfältig heraus (Su. i, 27; S. A. 1. c). VII. KRANKHEITEN DES KOPFES. § 82. Augenleiden'. — Die Erkrankungen der Körperteile oberhalb des Schlüsselbeins {Tirdhvänga, iirdhvajatru) bilden eine besondere Krankheits- gruppe, deren Behandlung unter dem Namen sä/äkya, d. h. feinere Chirurgie, insbesondere Ophthalmologie, zusammengefasst wird, von sa/äkä »spitzes Instru- ment, besonders zum Durchbohren der Augenhäute«. Schon B. 2, 848—90 und I, 68ff. nennt den Star {Jiäca, iitnira) und viele andere Augenleiden. Nach Su. 6, i, 271. gibt es 76 Augenleiden, nämlich 10 von Wind, 13 von Schleim, 16 von Blut, 25 von allen Grundsäften, 2 äussere; die gleiche Zahl gibt C. 6, 26, 7 2 f., wo wegen der Details auf die ophthalmologischen Werke {sä/äkyatatitra) verwiesen wird. Nach Bh. 2, 4, 87 sind es 78. Vgl. § 35. Entstehungsursachen von Augenleiden {neira-, a/.'si-roga) sind: Baden bei Er- hitzung, in die Ferne Sehen, Unregelmässigkeit im Schlafen, Staub oder Rauch, Unterdrückung der Ausscheidungen oder übermässiges Erbrechen, vieles Weinen,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21463335_0118.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)