Die Faeces des Menschen im normalen und krankhaften Zustande : mit besonderer Berücksichtigung der klinischen Untersuchungsmethoden / von Ad. Schmidt und J. Strasburger.
- Adolf Schmidt
- Date:
- 1905
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Credit: Die Faeces des Menschen im normalen und krankhaften Zustande : mit besonderer Berücksichtigung der klinischen Untersuchungsmethoden / von Ad. Schmidt und J. Strasburger. Source: Wellcome Collection.
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![— 2'9B — Auf Gelatineplatten wachsen weissliclie Colonien mit unreyelniässig geformtem Rand. Auf der Obei'fläclie des Agars bei Brutschrankwärme bilden sich schon binnen wenigen Stunden dünne durchscheinende Rasen. Ein ausserordentlich wichtiges Hüll'smittel für den Clioleranacliweis bilden flüssige Nähi'bödeii, l)eson- ders Peptonwasser. Die \1brionen steigen wegen ihres grossen Sauerstoff t)edürf- nisses an die Oberfläche, können hier abgeimpft und auf diese Weise von anderen Darmliacterien getrennt werden. Da die Cliolcrabakterien Indol und salpetrige Säuren ])roduciren, so entsteht nach Zusatz von einigen Tro|)fen i'ciner concen- trirter Schwefelsäure zu den Peptonwasserculturen eine Rothfärbung mit Stich ins Violette (Nitrosoindolreaction). Um die bakteriologische Choleradiagnose möglichst frülizeitig stellen zu können, verfährt man in folgender Weise: Ein aus den Faeces herausgefischtes Sclileim- flöckchen wird auf dem Objeciträger ausgestriclien, mit verdünntem Carbolfuchsin gefärbt und mikroskopisch untersucht. In mehr als 50 pCt. der Fälle lässt sich dann die Diagnose schon nach dem charakteristischen Aussehen des Bildes stellen. Die Vibrionen liegen in eigenthümlichen Haufen zusammen, meist der Länge nach gestellt, parallel und hinter einander, so wie ein Schwärm Fische zieht. AVichtig ist die regelmässige Anwesenheit von Cylinderepithelien im Cholerastull]. Selbst bei einem typischen mikroskopischen Bild ist die Anlegung von Culturen unbedingtes Erforderniss: Ein Schleimflöckchcn vertheilt man in schwach alkalischer Nährgelatine (Zusatz von 1 ccm Normalsodalösung auf 100 ccm neutralisirte Nährgelatine) und giesst Platten mit den üblichen Verdün- nungen. Ein anderes Schleimpartikelchen bringt man in Röhrchen mit Pe|)(on- wasser und setzt diese in den auf Körperwärme temperirten Brutschrank. Nach 6—12 Stunden kann man bereits, ohne aufzuschütteln, mit Vorsicht ganz von der Oberfläche der Flüssigkeit mit einer Platinöse ein Tröpfchen entnehmen und dieses auf Agar ausstreichen. Nach 6 Stunden sind auf der Agarplatte die durchscheinenden homogenen Choleracolonien aufzuhnden. Man impft von diesen wieder auf Peptonwasser und stellt hier 6 Stunden später, nachdem man sich von dem Wachsthum der Vil)rionen überzeugt hat, die Nitrosoindolreaction an. (Alle Reagentien müssen frei von salpetriger Säure sein.) Die Gelatineplatten sind nach 15—22 Stunden zu verwerthen. Die Colonien müssen bei lOOfacher Vergrösserung, engster Blende, unter dem Condensor beobachtet worden. Eventuell kann man noch den Thierversuch anschliessen. Es ist dies aber nicht unbedingtes Erforderniss; die Thiere sind gegen Choleragift wenig empfindlich. Typhusbacillus: Der Nachweis der Typhusbacillen im Koth stösst stets auf erhebliche Schwierigkeiten. In vielen Fällen von sicherem Typhus ge- lingt es nicht, den Erreger der Krankheit aus den Dejecten zu isoliren. Es hängt dies erstens damit zusammen, dass der Typluisstuhl überhaupt wenig Typhusbacillen zu enthalten scheint und dass diese nicht früher als 9—10 Tage nach Beginn der Krankheit, das heisst zu einer Zeit, wo die Infiltration der Peyer'schen Plaques der Verschorfung Platz zu machen beginnt, nach Aussen gelangen. Der zweite Grund besteht in der Schwierigkeit, die Typhusbacillen neben den zahlreichen Bakterien des Kothes, die meist besser gedeihen, zum Wachsthum zu bringen und vor Allem in der Aufgabe, sie von den Colibakterien, ■die mit ihnen in den meisten Eigenschaften übereinstimmen können, sicher zu unterscheiden. Versuche, diese Schwierigkeiten zu überwinden, wurden häulig unternommen. Es würde weit über den Rahmen dieses Buches gehen, die einschlägige Literatui' hier zusammenzustellen, um so mehr, als die meisten der angegebenen Verfahren sich bei weiterer Prüfung nicht als zuverlässig erwiesen. Bezüglich dci- neueren](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21507715_0326.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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