Die Faeces des Menschen im normalen und krankhaften Zustande : mit besonderer Berücksichtigung der klinischen Untersuchungsmethoden / von Ad. Schmidt und J. Strasburger.
- Adolf Schmidt
- Date:
- 1905
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Credit: Die Faeces des Menschen im normalen und krankhaften Zustande : mit besonderer Berücksichtigung der klinischen Untersuchungsmethoden / von Ad. Schmidt und J. Strasburger. Source: Wellcome Collection.
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![mit Typhiisserum in stärkerer Verdünnung erforderlich. ±sur der Gesaninitausfall der Proben sichei't die Diagnose. Tn neuester Zeit wurden bei Kraiddieilszustäiiden, die in ilu'en klinischen Symptomen dem Typlius gliclieii, sicJi aher durch milderen rascheren Verlauf nvit entsprechejid günstiger Prognose auszeichneten, Bacillen aus dem Kolh isolirt, die nach ihren morphologischen und biologischen Eigenschaften eine Mittelstellung zwischen den typischen Typhus- und den Colibacillen einnehmen. Man hat ihnen den Namen Paratyphus-Pacillen^) gegeben und kann bis jetzt 2 verschiedene Typen, das Bakterium paratyphi A und P untei'scheiden. Die Ti-ennung geschieht vor allem durch den Ausfall der Agglutinationsprobe. Dabei ergiebt sich ihre nahe Verwandtschaft untereinander und mit dem Typhusbacillus aus dem Um- stand, dass dui'ch Blutserum eines Paratyphuskranken nicht nur der zugehörige Bacillus, sondern auch die anderen, nur in schwächei'cra Alaassc, agglutinirt werden können (analog Pfaundler's (Truppenaggiutinationswirkung). Z. B. fand sich in einem Falle in der 3. Woche: Bact. typlii 1 : 50 posit.; Bact. Para- typhi A 1:50 negat.; Bact. paratyphi B 1: 1000 posit. /-) Dysenteriebacillen: Die Erreger der Ruhr gehören zwei principiell verschiedenen Gruppen von Kleinwesen an. Ein Theil der Formen, besonders der endemischen Tropendysenterien, wird durch Amöben erzeugt. Wir werden hierauf an späterer Stelle eingehen. Bei den Erkrankungen, die vorwiegend in gemässigten Klimaten vorkommen und in gewissen Zeiten, namentlich in Kriegs- jahren, zu verheerenden Epidemieen führen können, sind in letzter Zeit bestimmte Bacillen entdeckt worden, deren ursächliche Rolle für die Entstehung der Krank- heit sicher gestellt ist. Wir übergehen ältere, unwesentliche Angaben, die l)ald diesen, bald jenen Bacillus als Ruhrerreger hinstellen wollten. Die erste in dci' Hauptsache rich- tige Untersuchung stammt von Shiga-) Ende 1898, beim Studium der japanischen Ruhr. Dann erschienen die wichtigen Arbeiten von Kruse3), deren erste aus dem Jahre 1900 stammt. Sie beziehen sich auf deutsche Ruhr. Ungefähr gleich- zeitig publicirte Flexner*) seine bakteriologischen Erfahrungen über die Dysen- terie auf den Philippinen. Kruse hielt seine Mikroorganismen und die von Shiga im Anschluss an dessen Beschreibung für wesentlich verschieden. Nach näherem IMeinungsaustausch hat sich abei' gezeigt, dass die Ditferenzen zwischen den Bacillen von Shiga, Kruse und Flexner nur geringfügig sind. Man darf jedoch diese Mikroorganismen nicht identificiren, sondern wird daran festzuhalten haben, dass Varietäten derselben Speeles vorliegen.^) Präparirt man (nach Kruse) aus den Stühlen ganz frischer Fälle von un- serer einheimischen Ruhi- die eitrigen Klümpchen heraus, die im Schleim einge- bettet sind und fertigt davon gefärbte mikroskopische Präparate an, so sieht man fast nur Eiterkörperchen, von Bakterien hier und da einige pluni])e Stäbchen, die innerhalb der Zellen liegen (Fig. 4, Tafel IX). Die Cultur dieser Stäbchen gelingt leicht auf den üblichen Nährböden; in frischen Fällen lindet man sie fast in Reineultur. Am charakteristischsten sind die oberflächlichen ('olonien auf Gelatineplatten, die, zart und mit weinblattartigem Rand, denen des Typhusbacillus gleichen. Die Ruhrbacillen sind au(;h sonst dem Typhuserreger sehr ähnlich, da 1) Literatur s. bei H. Kavscr, Deutsche med. Wochenschv. 1903. S. 310. 2) Centraiblatt für Bakteriologie. Bd. 24. 1898. No. 22/23. 3) Deutsche med. Wochenschr. 1900. No. 40. 4) Centraiblatt für Bakteriologie. Bd. 28. 1900. No. 19. 5) Kruse, Deutsche Aerztezeitung. 15. Jan. 1902.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21507715_0328.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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