Die angeborenen Kolobome des Augapfels / von Emil Bock.
- Bock, Emil, active 1890.
- Date:
- 1893
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Credit: Die angeborenen Kolobome des Augapfels / von Emil Bock. Source: Wellcome Collection.
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![werk bilden, in welchem ausser der fibrillären Structur desselben and mehreren Gefässen eine histologische Auflösung nicht möglich ist. Mehrere Stellen des Sehnervenkopfes sind kleinzellig infiltrirt. Die untere Hälfte der Papille ist durch eine das normale Niveau unregelmässig höckerig überragende Masse gebildet, welche aus wirr und regellos durcheinander geworfenem und verfilzten!, ziemlich derbem Bindegewebe besteht. Dieses wird durch von der Sklera, respective der Lamina cribrosa aufsteigende Balken, welche zapfenförmig in der Zahl von 1—3 in diese Bindegewebsmasse hineinragen, in mehrere kleine Gruppen oder Inseln getheilt. Diese Anordnung wird in gefärbten Präparaten desto deutlicher, als die genannten Zapfen den Farbstoff nur schlecht angenommen haben, während das krause Bindegewebe sich intensiv gefärbt hat. Auch diese Höcker in der unteren Papillenhälfte sind von einer schmalen Schichte von Fasergewebe überzogen, dessen Fibrillen der Oberfläche der Höcker parallel ziehen und sich nach beiden Seiten hin in ähnliche Schichten verfolgen lassen, wie die gleich unten zu be- schreibenden, welche mit der Netzhaut zusammenhängen, so dass man diese Faserschichte als zur Netzhaut gehörig ansprechen muss. Man kann aber in ihr nichts von Netzhautelementen nachweisen. Hart an der unteren Papillengrenze tritt das erwähnte inselförmig angeordnete krause Bindegewebe vollständig in den Hintergrund und die oben beschriebenen hervorstrebenden, dem Sklera]- gewebe gleichenden Zapfen drängen sich immer näher aneinander, so dass sie bei dem Übergange von der Papille in die untere Hälfte der inneren Augapfel- fläche einen stark hervorstehenden Buckel bilden, welcher aus derbem zellarmen Bindegewebe zusammengesetzt ist. In diesem verlaufen Gefässe, die durch ihre Anzahl und Grösse auffallen. Der Höcker hat durch seine deutlich über- hängenden Ränder eine annähernd pilzförmige Gestalt und besitzt an semer höchsten, dem Innern des Bulbus zugekehrten Convexität eine Furche, welche durch drei grosse klaffende, eng aneinander gelagerte Gefässe ausgefüllt ist. Diese Gefässe verlaufen alle in genau meridionaler Richtung; denn sie sind in den Parallelschnitten alle quer getroffen. Die Prominenz verjüngt sich nun nach allen Richtungen hin im weiteren Verlaufe gegen die unteren Abschnitte des Augapfels, so dass bald nur mehr eine niedrige und schmale Leiste übrig bleibt, deren Structur und Anordnung der Gefässe an den Höcker der unteren Papillen- grenze erinnert. Sowohl dieser als auch die Leiste zeigen besonders in den ober- flächlichen Schichten körnige Infiltration und sind von der oben erwähnten fibrillären Lage bedeckt, welche man ihres topographischen Verhaltens wegen zur Netzhaut rechnen muss. Die Sklera verhält sich in den verschiedenen Partien des Augapfelbodens verschieden. Der Ebene der oberen Papillenhaltte entsprechend ist sie nach der einen Seite hin in unmittelbarer Nähe des Opticus von normaler Dicke, schwillt dann schnell steil hügelförmig an. um dann wieder in normale Verhältnisse überzugehen. Auf der andern Seite dagegen .st in dieser Höhe die Lederhaut um die Hälfte dünner. Ihr Gefüge ist auffallend locker und die Fasern wellenförmig verbogen. Auf dieser Seite erreicht die Sklera ersl m der Nähe des Äquators ihre gewöhnliche Dicke. In der Höhe der unten,, Papillenhälfte ist dieses Verhältnis gleich geblieben, während .... Bereiche der sich stetig verjüngenden Leiste die Sklera nach beiden Seiten Inn d.e schon erwähnte Verdünnung zeigt. In dem ganzen Bereiche der Papille, der Leiste und des übrigen Koloboms ist das Verhalten der Chorioidea und der Netzhaut das gleiche Die Chorioidea mit reichlich vermehrtem Pigment endet an der Grenze des Koloboms](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635018_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


