Vorlesungen über Befruchtung und Ei-Bildung des Menschen und der Thiere, gehalten im Naturgeschichtlichen Museum zu Paris im Jahre 1836 / Deutsch bearbeitet unter der Redaktion des Dr. Friedrich J. Behrend.
- Jean Pierre Flourens
- Date:
- 1838
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Credit: Vorlesungen über Befruchtung und Ei-Bildung des Menschen und der Thiere, gehalten im Naturgeschichtlichen Museum zu Paris im Jahre 1836 / Deutsch bearbeitet unter der Redaktion des Dr. Friedrich J. Behrend. Source: Wellcome Collection.
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![obwohl man strenge genommen in Beziehung auf ihre Funktion die letzten Verzweigungen der Umbilikalgefässe als eine Placenta ansehen konnte. Es besteht mithin im Allgemeinen eine voll- kommene Analogie zwischen dem Eie der eierlegenden und leben- diggebärenden Thiere, und überhaupt gehen alle Unterschiede in der Bildung der Thiereier immer nur aus der Art hervor, auf welche die Ernährung und die Respiration des Foetus ver- mittelt wird. Zweiter A r t i k * e 1. Vom Eie der Amphibien. In Beziehung auf die Bildung des Eies theilt Flour en s die Am- phibien in zwei grosse Abtheilungen. Von diesen enthält dieeinedie Chelonier, Saurier und Ophidier, deren Eier denen der \ögel und Säugethiere gleichen; und die andere die Batra- chier, deren Eier mit denen der Fische Übereinkommen. Alle sogenannten kaltblütigen Thiere überlassen ihre Eier der Wärme desjenigen Mediums, in welches sie gelegt worden sind. Chelonier. — Ueber das Ei der Schildkröte, dessen Ent- wickelungsgeschichte wenig gekannt war, hat Tiedemann in- teressante Untersuchungen angestellt. Die Ausbrütung des Vo- geleies verbreitet auch Licht über die Entwickelung der jetzt zu betrachtenden Eier. Das Ei der Seeschildkröte hat eine kugel- förmige Gestalt und besteht aus folgenden Bestandtheilen: ]) efner Kalkschaale; 2) einer -Schaalenhaut, die man in zwei Platten trennen kann und die mit kleinen, schwarzen und grauen Punk- ten bedeckt ist, welche man selbst durch die Schaale hindurch wahrnimmt; 3) dem Eiweiss; 4) einem runden, im Mittelpunkte des Eiweiss gelegenen Dotter; 5) der Narbe; 6) der Allantois und 7) dem Amnion. Der Dotter lässt seine Flüssigkeit mit- telst eines Stiels in den Darm übergehen, und tritt in den Bauch](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29309608_0174.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)