Die Inhalations-Therapie in Krankheiten der Respirations-Organe : mit besonderer Berücksichtigung der durch das Laryngoscop ermittelten Krankheiten des Kehlkopfs / von Georg Lewin.
- Lewin Georg Richard, 1820-1896.
- Date:
- 1865
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Inhalations-Therapie in Krankheiten der Respirations-Organe : mit besonderer Berücksichtigung der durch das Laryngoscop ermittelten Krankheiten des Kehlkopfs / von Georg Lewin. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
26/576 page 2
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![Die ersten drei Perioden, die wir hier aufführen werden, zeigen als gemeinschaftliches Kennzeichen die Eigen- thümlichkeit, dass in ihnen von den drei physikalischen Aggre- gatzuständen der festen, tropfbar-flüssigen und luftförmigen Beschaffenheit, blos diese letztere bei den Inhalationen von den älteren Aerzten in Anwendung gezogen wurde, während die beiden crsteren ganz unbeachtet blieben. So linden wir denn auch in der ersten Periode, dass die Aerzte des Alterthums und Mittelalters nur solche medica- mentöse Stoffe zu Inhalationen wählten, welche sich bei er- höhter Temperatur leicht verflüchtigen und durch ihren pene- tranten Geruch den Sinnen sich recht bemerkbar machten. Hierher gehören die bei jenen Autoren oft vorkommenden Einathmungen von Dämpfen aus balsamischen und aro- matischen Arzneistoffen. So rühmen z. B. Aretäus, Galen, Plinius, Aetius, Dioskorides und später die Araber die Erfolge der Einathmungen der Resinosa und der schwef- ligen, so wie der arsenigen Dämpfe bei Behandlung ver- schiedener Brustaffectionen, namentlich des Asthma's, des Hustens etc. Wenig bekannt dürfte es sein, dass bereits von Aretäus der Genuss der Seeluft als Antiphthisicum an- gerathen wurde, und zwar aus dem Grunde, weil das Salz- wasser bei den Exulcerationen der Lunge austrocknend und heilend wirken soll. (Kai yäp, rt ^rj^ov ei; TO. fArXsa ^uväLÖwari ak^LT]. Etiam aqua salsa siccitatem quandam ulceribus coin- municat*). Eben so wenig bekannt möchte es sein, dass Galen Brustkranken rieth, in die Nähe des Vesuvs nach Stabiä (dem heutigen Portici) und nach Sicilien in die Umgegend des Aetna sich zu begeben, um die ausströmenden schweflichten Dämpfe sowie die Meeresluft einzuathmen. **) Die zweite Periode beginnt gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts mit der Entdeckung des Sauerstoffs durch Priest- ley und Scheele und der andern verschiedenen Gasarten. *) Aretaei Cappadocis Opera. Edit. cur. Kühn. De curatione morbor. diuturn. Üb. 1. cap. VIIL De curatione phthiseos. Lips. 1828. p. 323. **) Galeni opera. De methodo med. Lib. IV.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21716493_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)