Allgemeine und specielle orthopädische Chirurgie : mit Einschluss der orthopädischen Operationen.
- Schreiber, August.
- Date:
- 1888
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Credit: Allgemeine und specielle orthopädische Chirurgie : mit Einschluss der orthopädischen Operationen. Source: Wellcome Collection.
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![valg'. etc.) eine einfache Incision in den Epiphysenknorpel ausführt, (was allerdings oft nicht genügt, womit man aber nichts riskirt [Ollier]). Wo es sich darum handelt, das Wachsthum energischer zu sistiren und zumal bei älteren Kindern, kommt die Chondrectomie, d. h. die Excision einer Schichte aus dem Epiphysenknorpel, unter Umständen die Entfernung desselben in seiner ganzen Dicke, nur an bestimmter Stelle oder in seinem ganzen Umfange in Betracht, wäe z. B. bei aus irgend einem Grunde eingetretener Verkürzung des Radius, wo das Weiterwachsthum der Ulna zu hässlicher Difformität (Subluxation der Hand) führen kann und nur durch Resection des Epiphysenknorpels die Deformität bleibend beseitigt wird. Es liegen jedoch über diese erst auf die zahlreichen neuen ex- perimentellen Arbeiten etc. betreffs des Knochenwachsthums, der Knocheuregeneration sich stützenden theoretisch-praktischen Vor- schläge noch zu wenig Erfahrungen vor; das Gleiche gilt von den Rathschlägen zur künstlichen Anregung des Knochenwachs- thums durch Periostscarificationen, durch Appliciren reizender Körper (Einschlagen eines Nagels etc.) in der Nähe des Epiphysenknorpels. So konnte z. B. Ollier die Länge von Tibien um 15 bis 20 mm vermehren, indem er die Diaphyse längere Zeit durch Cauterisationen oder wiederholte subperiostale Dilaeerationen irritirte. Auch die Resection, d. h. die Entfernung eines Knochenstückes aus seiner ganzen Dicke oder eines oder zweier (normal in einem Gelenk zusammengehöriger) Knochenenden kommt seit der anti- septischen Wundbehandlung für orthopädische Zwecke wesentlich in Betracht. Vor Allem als sogenannte Resection en bloc fGurdon Bück) zur Beseitigung von knöchernen Anchylosen in functionell unbrauch- baren Stellungen (wäe z. B. spitzwinkliger KnieancM^lose) unter Umständen in der Absicht, ein bewegliches Gelenk darnach zu erhalten (wie am Ellbogen, der Schulter, dem Kieferj oder blos zur Stellungs- verbesserung in functioneller Hinsicht. Ferner w^urde die Gelenkresection behufs Verbesserung der Function bei irreponiblen oder veralteten Luxationen oder auch bei angeborenen Gelenkabweichungen zu orthopädischen Zwecken unter- nommen. Auch zur Beseitigung von Verkrümmungen wurde die Gelenk- resection (wie z. B. bei hochgradigem Pes equinus) ausgeführt und die besonders neuerdings häufiger unternommenen Entfernungen von Knochenkeilen aus der Fusswurzel bei Klumpfuss sind ebenfalls hierher zu rechnen. Seltener werden orthopädische Resectionen aus der Diaphyse indicirt sein, wie z. B. bei schlecht, d. h. mit beträchtlicher Winkel- stellung geheilten Fracturen oder bei Pseudarthrosen, auch bei Ver- krümmungen. So exeidirte unter Anderen Güterboek*) aus dem übermässig wachsenden Radius ein Stück, um die winkelige, ulnarwärts gerichtete Knickung des Vorderarmes zu eorrigiren. 0 Verhandl. der Ges. f. Chir., VII. Congr.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21207926_0067.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)